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An wechselhaftem "Stoff" mangelt es den
Autoren nicht
50 Jahre Autorenkreis Ruhr-Mark
Die zarte alte Dame mit dem Gehgerät und dem Mikrofon war im umjubelten Beifall auf einmal fast ein Star in dieser Mittagsstunde, die der Autorenkreis in der Glashülle des Auditoriums des Emil Schumacher Museums seinemeigenen Goldjubiläum widmete. Hildegard Schallenberg aus Hagen, die dem Kreis fast von zu Beginn an angehörte, stieß wohl formulierte, aktuelle Probleme nicht in Strophen - das wäre nicht der richtige Ausdruck - , doch irgendwie in kurzen Satzgebilden heraus und ersetzte einige ausführliche Kommentare: Stoffe, die aus der Gegenwart in die Zukunft blitzten. Die zierliche alte Dame dichtete treffsicher in die Zukunft hinein. Und zeigte den hochgestimmten Angehörigen der Zunft der edlen Schreiber Wege in die Zukunft.
Die Vo
rsitzende des Kreises, Brigitta Willer, stets in die Sozialprobleme der Gegenwart eingetaucht, war bei ihrem Grußwort immer ein wenig auf Distanz zur durchaus respektablen Vergangenheit dieses Kreises grüblerischer Schreiber gegangen.Sie richtete die Freude dieser Autoren-Fete fast diskret auf die Horizonte des Kommeriden. Selbst Gernot Burgeleit, ihr in moderner Lyrik verwobener Vorgänger, als Chronist von den Kollegen zum Rückblick verdonnert, behandelte die Probleme, Aufregungen,und Freuden der Vergangenheit mit modernen stilistischen Mitteln und immer die Zukunft im Blickwinkel. Die Tendenz im Autorenkreis liegt in der Zukunft. Das ist das Resultat dieser festlichen Zusammenkunft. Brigitte Kramps, die populäre Bürgermeisterin, die die Grüße des Oberbürgermeisters überbrachte, stellte Literatur und Literaten in einen gesamtkulturellen Zusammenhang.Der Weg in die Zukunft scheint gesichert. Das Tempo, ob betulich oder stürmisch, liegt in den Händen der Schreiber. Die Freiheit dazu haben sie. Noch!
Die Klarinetten des Ensembles der Max-Reger-Musikschule boten nachdenklichen Mozart. Die Überdosis Harmonie der Veranstaltung mit Sekt und Häppchen und vielen Gesprächen war auffallend. Aber sie war ein positives Element.
Humor wurde beim Festereignis aus Ostwestfalen importiert. Ihr Gütersloher Mitglied Edmund Ruhenstroth streute delikate Beispiele in den Saal. Die stellvertretende Vorsitzende Annette Gonserowski bot glasklare Lyrik aus Landschaft und Natur. Eine Glosse der Vorsitzenden war gut und überzeugend. An wechselhaften "Stoff" mangelt es den "Ruhr-Märkern" nicht.
Rezension I Buchbestellung I home IV11 LYRIKwelt © H.K./Westf. Rundschau