Lautloses Rufen von Heinz Kattner, 2013, Zu KlampenHeinz Kattner

Die Losung
(Leseprobe aus: Lautloses Rufen, Lyrische Prosa, 2013, Zu Klampen)

Er sagt, es sei einfach herangerauscht und habe ihn weggeschwemmt. Ein Meer aus unlesbarer Schrift. Aus stillen Schreien eingeschrieben ins Gedächtnis. Alle Fasern umrundet wie ferne Gespräche. Eulenruf und Klagelaut. Er sagt, ein schwarzes Schweigeloch sei dann immer größer geworden. Ließ ihn am ganzen Körper beben. Ein Schreck verzweigt bis in entlegene Glücksnetze. Eine Nachrichtenstimme hätte er gehört: Singe, nimm kein Blatt vor den Mund. Lieder im aufgeworfenen Gelände, in jeder Furche. Dazu soviel Brot wie du essen kannst. Und trinken aus der hohlen Hand. Er sagt, es wäre danach eine neue Seite aufgeblättert worden. Groß und leer. Er hätte sie wie einen Vertrag unterschrieben. Dabei ahnte er den kommenden Text aus Licht, der sich über die Schattenwörter legen würde. In seinem unruhigen Schlaf. Bis zum Morgen wäre das Rauschen geblieben, sagt er.

Rezension I Buchbestellung I home 0I16 LYRIKwelt © Zu Klampen/HK