Schule und Elternhaus von Hugo Carl Jüngst, 2011, edition lumièreHugo C.Jüngst

Schule und Elternhaus
(Zitat aus: Schule und Elternhaus (1924-1938), Porträt einer illustrierten Ratgeber-, Unterhaltungs- und Versicherungszeitschrift, 2011, edition lumière, von Alexander Hesse).

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Zum einen: „Schule und Elternhaus“ war
ein Halbmonatsblatt, 32 Seiten stark, im Format 22,5 mal 29 Zentimeter
gedruckt, bebildert und mit Heftklammern aus Metall broschiert; es wandte
sich an Mütter, Väter, aber auch an (Volksschul-)Lehrer, die pädagogischen
Rat suchten. Die Schriftleitung residierte in Hagen und siedelte beizeiten
nach Berlin über; der Verlag besaß und behielt seinen Sitz in Siegen. Seit
Januar 1924 ging der kaltgestellte Hüsken, dem Irle Unfähigkeit nachsagte,
einer Verrichtung nach, die ihm und den Kreisen, in denen er verkehrte,
gänzlich fern lag. Mit Bravour bestand er die Feuertaufe als Reisender, bekehrte
und erweichte, kaum eingewöhnt, 20 bis 25 Abonnenten täglich und
verdiente dabei so gut, daß es hieß, er liebäugele bereits mit dem Begehr,
sich ein Automobil zuzulegen; man erwog, ihm den Vertrieb im Rhein-
Main-Gebiet rund um Frankfurt zu übertragen, sobald er nur die nötige
Erfahrung besäße.
13) Neben dem „Klinkenputzen“ steuerte er „seinem“ Blatt,
das eilig den Kinderschuhen entstieg, eine dreiteilige Abhandlung bei; darin
machte er den Lesern die ermattende Eintönigkeit des „Wortunterrichts“
begreiflich und, im Kontrast dazu, die Vorzüge eines „Tatunterrichts“, der
die Schüler ansporne und zur Selbsttätigkeit ermuntere.
14)
Zum anderen: „Schule und Elternhaus“ wurde wie auf Bestellung zur
größten Zeitschrift ihrer Art. Sie adaptierte die Visionen der Reformpädagogik,
vermied aber jede Zuspitzung und Sophisterei und nahm so manch
kühnem Gedanken den Stachel des Waghalsigen; mit dem bedächtigen Optimismus,
den sie vertrat, solange es die Verhältnisse zuließen, erregte sie, obwohl
ein Werk der Provinz, im ganzen Land Anklang und Aufsehen und fand
zwischen Rhein, Oder und Memel beinahe 100.000 Abonnenten.

13) Hugo C. Jüngst an Sohn Siegfried (Berlin) v. 28.2.1924, Privatbesitz Beate Meier-Jüngst, Altena.
14) Aus der Schulstube der Neuzeit, in: Schule und Elternhaus Jg. 2 (1925), Nr. 9, Sp. 1438f., Jg. 3 (1926), Nr. 5, Sp. 2177-2181, u. Jg. 4 (1927), Nr. 10, Sp. 383-389.

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