Das Fenster
(Das Original "The
Window")
Strecke die Hand aus und mach das Fenster auf,
vielleicht kommt ein Sonnenstrahl herein,
Zickzack, wie im Spiegel,
vielleicht funkelt ein Stern der eine Änderung verspricht.
Mach auf das Fenster!
vielleicht eine Person in Eile wirft einen Blick
geschwind
eine Schönheit mit Regen besprengt
eine leere Mutter die ihr Kind verlor
Mach auf das Fenster!
vielleicht erscheint der Ball der Kinder
ihre Stimmen vielleicht schwingen sich hinauf
oder ein verbogener Ast? ein Kätzchen?
Mach auf das Fenster!
sogar wenn eine Welle aus Staub, aus Hagel
eindringt,
ein Schatten oder sein eigener Schatten, zwei Schatten in einem,
oder sogar ein Schatten im Schatten eines anderen
Mach auf das Fenster!
auch wenn die Stadt zum Schlafen ging
auch wenn die Stadt verging
auch wenn kein Zeichen Schlaf und Tod scheidet
Mach auf das Fenster!
Strecke die Hand aus und öffne für uns das Fenster
An seiner Stelle : ein Gemälde
aufgehängt, das uns wortlos anstarrt.
Zumindest wird unsere blinde Wand voll.
(Übertragen von Valerie Terrasson)
Rezension I Buchbestellung I home IV06 © LYRIKwelt