Große Danksagung
Dank sei dem Ministerium,
Daß es mich, wider Erwarten, am Leben gelassen hat
Bis zum jüngsten Tag, im Schlaf und im allgemeinen,
Daß es mir kein Pulver gemischt hat
Ins tägliche Brot oder in meine Milch
Und keine Säure in den Gurkensalat.
Dem Ministerium sei Dank!
Dank sei dem Ministerium,
Daß es mich umsorgt hat, ohne zu ruhen,
Mit tausend unsichtbaren Augen
Und einem dritten, implantiert
In meinem eigenen Kopf, um zu erliegen
Dem Zweifel, und, zweifelsohne, dem Heimweh,
Das seine Feilen mit Herzblut schmiert.
Dem Ministerium sei Dank!
Dank sei dem Ministerium,
Daß es mich nicht unter die Räder kommen ließ
An einer beliebigen Kreuzung zum Frühlingsanfang,
Daß es verzichtet hat auf die Kugel
Und auf mich als Kugelfang,
Daß es mir nur eine Julia ins Daunenbett legte,
Sie war, bei der Lust ihrer Lenden,
Den Judaslohn wert, und überhaupt.
Dank sei dem Ministerium,
Daß es mich nicht infizierte mit Ebola,
Lassa oder Aids und Cholera, danke! und
Daß es mich nicht, zur Wiederkehr meiner Geburt,
Beim Fotografieren verstrahlt hat,
Die Abzüge zu den Akten,
Aufbewahren für alle Zeit.
Ich lecke meine Wunden,
Mir bricht die Stimme, ich röchle:
Dem Ministerium sei Dank
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