Schreie
Als ich meinen ersten Schrei ausstieß
In der Wärme ihrer Arme,
War es, als wäre es still in der Welt.
Als ich den zweiten Schrei ausstieß, ungehört
Ging er unter im Geröchel des Krieges.
Als ich den dritten Schrei ausstieß
Im Garten Eden der Schule, wo sie mich packten
Und zu Boden warfen wie einen Hund,
Den Geschmack des Paradieses auf der Zunge,
Traf mich der Blitz des Aufruhrs.
Als ich den ersten Schrei ausstieß der Lust,
War mein milchduftendes Mädchen
Auf einmal eine Frau, die mich
In die Welt stellte zu den anderen Männern.
Als ich aufschrie, weil sie mir den Freund
Vom Herzen rissen, banden sie mir
Das Maul zu mit Stricken
Eines Falles von besonderer Schwere.
Als ich schrie und schrie,
Drückten sie meiner Mutter das Herz ab
Und sie, die sehr Alte,
Einsachtzig unter die Erde, namenlos
Wie das Gras über ihr.
Als ich aufhörte zu schreien,
Erschöpft von mir selbst,
Schoß aus dem blutgrünen Kraut des Lebens
Kopfüber ein Junge in die Welt und
Stieß seinen ersten Schrei aus.
Rezension I Buchbestellung I home 0I07 LYRIKwelt © B.J.