Zwei Leiber
Wir grasten auf unseren lockigen Wiesen.
Wir rissen uns um unsre Haut.
Ich war das Nest zwischen deinen Brüsten.
Wir waren ein Mann und eine Frau.
Wir wollten das Hemd, das nur aus Knöpfen
besteht,
Und den Handschuh, der unsere Finger vermehrt.
Wir sahen der Zunge zu, die in ihrer Höhle tanzte.
Wir waren ein Knoten, den kein Matrose kennt.
Wir gaben uns Namen wie Narren.
Wir waren nicht ganz von dieser Welt
Und verschwanden einer im andern.
Wir machten unsre Schatten neidisch auf uns.
Jede Pore ein Mund, der uns rief.
Wir redeten irrsinnig und ohne Interpunktion.
Wir streiften den Wahnsinn ein wenig über dem Glück.
Wir waren alle Männer und alle Fraun.
Unsere Zukunft lag in der Gegenwart.
Wir stellten uns tot, um die Auferstehung zu erleben.
Am Morgen, in der ersten Herrgottsfrühe,
Als ich ertrunken schwamm in deinem Schaum,
Bin ich zitternd wie ein Füllen erwacht.
Im Spiegel
Balgten sich
Meine Schenkel
Noch
Mit deinen.
Rezension I Buchbestellung I home 0I07 LYRIKwelt © B.J.