Oberland
(Leseprobe aus: Oberland, Roman, S.
23-32, 2004, Frankfurter
Verlagsanstalt)
Sprühregen schüttet gegen fetten
Schiffslack. Ein Zwinkern in der Zeit, nur einen Augenblick später, die Szene
bleibt dran, aber schon bin ich durchnässt. Der Anorak glänzt schwarz, der
Stoff beginnt um meine Arme festzuschrumpfen, eine Böe wischt mir Schwärme
zersprengter Tropfen ins Gesicht, ich taste mit gesenktem Kopf nach der Reling
und fuchtele herum, schlage einmal daneben, zweimal, rutsche fast aus, dann
schließe ich alle Finger um den Handlauf, der so kalt ist, dass ich kreische.
Klingt nach einer Möwe. Ich schreie und schreie, kann dabei bloß den Donner hören,
kneife die Augen zu. Nach oben gepresste Gischt wird vom Wind krumm abgelenkt
und wendet wie von einer Schippe geschleudert, rattert an die Fenster. Wenige
Meter unter mir prallen die Wasserfronten aufeinander, zerhacken die Nordsee in
Risse, in die Kriegsmaserung, grüner Schaum über scharfkantigen Graten,
Wellenheere steigen gehorsam aus ihrer Tiefenschwere, schaukeln sich gegenseitig
hoch, spitzen die Kämme so zu, dass sie mit einem Zischen vor meinen Schuhen
niederprasseln. Das Schiff bäumt sich auf, stampft zurück ins gezackte Meer,
der Himmel hängt voller tiefgrauer Feudel, lauter letzte Vorhänge bis zum
Horizont. Ich klammere mich noch fester ans Holz, bis meine Knöchel weiß
werden. Langgezogene Nebelfahnen huschen durch die Linien, stumme Späher
zwischen den Gräben, ein violetter Blitz fällt aus einem Wolkenspalt, findet
kein Ziel und zerplatzt. Verspätet kracht es, und endlich schaue ich hin.
Alle Achtung: Nach ein paar Schrecksekunden, mit aufgerissenen Augen, fasse ich
mich und feuere den Wind sogar an, ich Würmchen. Ich schreie ihm zu, noch stärker
zu werden, höhere Wellen zu werfen in dieser Kraterlandschaft, komm her, komm
her, irgendein Gebrüll stoße ich hervor, kriege keinen Ton mehr zustande,
halte bloß den Mund offen. Für einen Moment ist das Schiff eingependelt, ich
hebe die Arme, als hielte ich mich für einen Propheten. Schon pustet eine
gezielte Böe die kleine Kindermasse gegen die Bordwand, das gibt einen satten
Gongschlag. Die Fähre schwankt nach vorn, der geriffelte Metallboden gleitet
unter mir weg, rollt mich heulendes Bündel ein paar Meter vorwärts, während
ich käferartig mit Armen und Beinen rudere. Dann schaffe ich es, mich an der
Reling hochzuziehen, an der Führungsschiene. Seespritzer fliegen über mein
Gesicht wie ein Tränensturzbach, ich bibbere in den vollgesogenen Anorak.
Bepackt mit eisigem Wasser, weinend, aber tapfer, Hand um Hand, gleite ich
Richtung Bug, zur besten Aussicht.
Eigentlich gebe ich eine gute Figur ab, und perfekt wäre ich, wenn ich jetzt
auf die Idee käme, mich abzustützen, Schwung zu nehmen und einfach seitwärts
ins Meer zu hüpfen. Als müsste ich beim Sportunterricht, genannt
Leibeserziehung, die verdammte Nummer am Barren turnen, ohne Hilfestellung:
ausholen, rüber, freier Fall, platsch, und meine Lebensgeschichte dürfte vor
der Zeit enden. Biographischer Schleichweg gefällig? Hier entlang. Stattdessen
quäle ich mich Meter für Meter bis zur keilförmigen Spitze. Na los, weiter,
mach dein Ding, sagte der Show-Käpt’n. In Sichtweite ragt der Wimpelmast aus
dem Wetter, mit einer hilflos zuckenden deutschen Fahne dran.
Unter ihr schimmern Farbtupfer.
Vier gebauschte Gummimäntel, in denen Erwachsene stecken, mitten auf dem
ungeschützten Vorderdeck, wo der Regen ihre Umrisse verwischt. Hinter dem
Schiff blitzt es, Spot an, und
die Saisonfarben der Zeit leuchten: das modische Müllabfuhr-Orange, das
Hustenbonbon-Hellblau, und zweimal das Bundespost-Gelb. Die vier stehen um eine
Seilwinde herum, halten ihre Hände zu einem Ring und jauchzen bei jeder Böe,
die einen Salzwasserschauer über sie schüttet. Ich komme näher. Drei Männer
und eine Frau. In der Gischt verblassen sie wie ein gestörtes Bild, strahlen
wieder auf, wenn das Meer von ihren Jacken abfließt. Dann sehen sie mich. Die
vier rufen etwas, umfassen ihre Schultern, beugen sich gemeinsam, bilden ein
Sportlerknäuel, lachen gegen den Wind, was das Zeug hält:
»Eins!... Zwei!... Drei!«
Nach dem Abzählen sprengen sie auseinander, lassen sich gegen beide Seiten der
Bugreling prallen, federn zurück, als wär’s ein Boxring, bis sie übereinanderstürzen,
je nasser desto besser, sie kommen hoch und lachen immer noch. Ein gemütliches
Plätzchen haben sie gewählt. Ich rutsche auf sie zu. Die vier stellen sich mir
in den Weg, schirmen den Wind ab. Links, der Busen-Umriss, hebt einen
Zeigefinger, als wolle sie Achtung sagen, schon leuchtet der nächste Blitz vom
Heck her, bitte schön, und die Gesichter gleißen elektrisch.
Die Frau. Schwarzbraunes Haar quillt unter ihrer blauen Kapuze hervor. Mitte
zwanzig, schlank, volle Lippen, dunkle Augen, hohe Wangenknochen, man hätte sie
als apart bezeichnet, apart, da lächelt sie selbst. Die beiden Gelben daneben
sind Zwillinge, sommersprossige hagere Jungs, etwa dreißig, dürre Körper in
schlotternder Regenhaut. Und Orange, der gedrungene Dicke, vielleicht vierzig
Jahre alt: Ihm fehlt nur ein Hörnerhelm, dann wäre er mit seinem roten
Vollbart ein passabler Aushilfswikinger. Er löst sich von den anderen und geht
geduckt auf mich zu, seine Nickelbrille ist facettenartig dicht mit Tropfen
benetzt:
»Jens!«
Er kniet vor mir, fasst meine Arme und zieht mich in die Gerade. Ich starre ihm
auf das besprühte Kassengestell. Er dreht seinen Kopf so, dass unsere Kapuzen
ein nasses Zelt bilden, sein Seeräuberbart müsste korrekterweise herunterhängen
wie vollgesogene Wolle. Vermutlich besteht er aus Synthetik, man kann ja nicht
an jedes Detail denken. Er holt Luft gegen den Wind:
»Du machst Sachen! Bist noch nicht mal sechs!«
»Wir schreiben den dreizehnten Oktober dreiundsiebzig«,
sagen die Zwillinge hinter ihm im Chor, müssen gar nicht schreien, sind
unrealistisch verständlich. Ich bin ein frühreifes Kind, mit fünf Jahren
eingeschult. Trotzdem fällt mir hier nichts auf, aber das ist normal für mein
Alter, denn noch nehme ich alles hin, und die vier Gestalten wissen genau, dass
ich diese Szene vergessen werde. Ich lache. Der Bartträger versucht seine
Brille freizuschütteln.
»Und, hast du dir die Nachwelt so vorgestellt?! Ein feines Wetter! Junge, deine
Eltern haben Angst um dich! Leben ist Leiden, und du machst es ihnen auch noch
schwer!«
Steig von der Kanzel, Dicker. Er streckt den Arm über meine Schulter aus:
»Dein Vater rennt gerade suchend durch das Schiff!«
Die Frau tritt neben ihn, die Zwillinge stellen sich dahinter, vier nasse
Gesichter im Quadrat beobachten mich, und mir wird ungemütlich. Ich fange an,
im Griff zu zappeln, meine Schuhe schlittern über das Metall, Aquaplaning. Die
Frau schließt kurz die Augen:
»Lass ihn weitergehen, wir sind ja da!«
»Das Sauwetter ist sowieso gleich vorbei«,
die Zwillinge nicken synchron. Die Frau massiert beiden durch den Kapuzenstoff
hindurch die Köpfe, sie schließen die Augen wie kleine Tiere. Sie lächelt:
»Kinder müssen spielen!«
Der Wikinger hört auf sie und klopft mir die Schultern ab, dass es patscht.
»Na gut, Jens, drei Schritte noch!«
Er lässt mich los. Am Horizont schimmert schon ein dünner hellgrauer Streifen,
ein Lichtspalt. Die triefende Fahne wickelt sich um den kleinen Mast, die
Schlitze unter der Reling knapp über dem Decksboden saugen Meerwasser ein und
sprühen es als Schaum weiter. Die Zwillinge zeigen mit den Daumen hinter sich:
»Ein verdammt großes Fahrzeug, was? Hättest du nicht gedacht. Es läuft alles
ein bisschen anders, als du gedacht hast.«
Ob die Kasperköpfe auch Namen haben? Natürlich! Jörg und Kurt. So müssen sie
einfach heißen, das ist Jörg, und das ist Kurt. Der Wikinger wird ernst:
»Pass bloß auf, Jens! Gewöhn dich lieber an die beiden! Dass die viel zu
deutlich reden, ist nur ein...«,
mit rotem Kopf hustet er zur Seite und schüttelt Wasser von sich,
»... das ist nur ein Regiefehler! Macht ihr weiter, ich bin heiser!«
Einen simplen Standard-Hals hat das Dickerchen. Bei euch spart man offenbar an
den Außendienstvertretern. Jörg und Kurt übernehmen:
»Das haben wir gerne, Jens. Bist eine halbe Stunde tot und willst frech werden.
Du kannst ja nicht mal ich sagen. Probier’s, mach ein Kunststückchen: Sag ein
Ich.«
Sie grinsen.
»Geht’s nicht? Ach, bevor du gleich ausfällst wegen Ohnmacht: Hier kommt
deine Bedienungsanleitung. Du kannst nur sehen und hören. Riechen ist in deiner
Kategorie nicht drin, Jens.«
Sie wedeln mit den Händen nasse Luft vor ihre Nasenlöcher und schnuppern, als
wär’s eine Weinprobe:
»Lecker-lecker, der Geruch von rostigen Ankerketten und den festgebundenen
Fischkästen da drüben, ein bisschen Tang und das Jod der Nordseeluft, frischer
als das hier geht’s gar nicht.«
Ich schaue den merkwürdigen Onkels einfach in die Gesichter.
»Du hast nur zwei Sinne. Und du klebst an dir selbst. Du flatterst um dich
herum wie eine Motte um eine Glühbirne, du ziehst nur Kreise. Dabei hält dich
jede Tür auf, nicht mal durch Papier kommst du, geschweige denn durch Wände.
Die Holzklasse, Jens. Ab dafür.«
Die Zwillinge weichen auseinander, der Wikinger und die Frau rücken zur Seite,
und ohne ein Wort zu sagen, gehe ich durch die Gasse, werde vom Wind erfasst,
stocke, strecke eine Hand nach vorn, schütze mit der anderen das Gesicht und
tapse bis zur letzten Ecke. Meine Eskorte dreht sich um, die vier schließen
ihre Linie und bleiben dicht hinter mir stehen, schauen zu. Ich umklammere den dünnen
Fahnenmast, schmiege mich eng an ihn, stecke meine Schuhe in den Spalt zwischen
Reling und Deck und schaue gebeugt nach unten.
Wäre ich vorhin doch bloß gesprungen.
Das Schiff schrumpft zu einem einzigen festen Punkt, der über der Nordsee
pendelt. Hat die Bugspitze ihren Gipfel erreicht und schwebt sie für
Augenblicke wie jenseits des Meeres, balanciere ich ganz oben auf einer
Hochsprungstange, schwerelos im kurzen Moment der toten Stellung. Nur sehen und
hören. Wasser läuft aus der Hose, bevor ich wieder samt dem Schiff
hinunterrausche und die emporspritzende See Mund und Nase füllt. Ich sollte
heulen vor Kälte, aber ich lache im nächsten Schwung nach oben, ich triefende
Galionsfigur, stülpe meinen Oberkörper über den Rand, den Wimpelpfosten nur
noch lässig in der Armbeuge, und die vier, ein paar Schritte entfernt, knien
nieder, halten ihre Hände zum Fangen bereit.
Hier bin ich richtig. Es wäre eine echte Gelegenheit, Schluss zu machen. Ein nächster
Scheitelpunkt, die Anziehungskraft setzt aus, ich kleiner Genießer juble, und
jetzt, bitte, nur eine winzige Gewichtsverlagerung, ich müsste mich wenige
Zentimeter weiter vorbeugen, ein Ideechen, und ich würde selbstverständlich
hinunterfallen, würde nimmermehr auftauchen, bloß ein Gesicht im Wasser
hinterlassen, untergepflügt von Stahl, bestenfalls von Schrauben zerhäckselt,
und keine Brandung triebe meine Fetzen ans Land, nichts bliebe übrig, ich wäre:
weg. Ein kleiner Schritt für mich.
Ich sollte loslassen, die Abkürzung wählen.
Hey: Warum springe ich denn nicht.
Es ist eben die Holzklasse. Ich klammere. Die vier lächeln, die verfluchten
Sozialarbeiter, ganz nah dran bin ich, schon mit fünf hätte ich abgehakt sein
können. Zu früh. Der Bug gehorcht dem Rhythmus, rast in die Tiefe, alles
andere geht schnell, eine Welle schaufelt Salzwasser unter meine Schuhe, Wind drückt
gegen die Brust, den Rest besorgt die Fliehkraft, ich flattere hinterrücks aufs
überspülte Deck, ich schreie nicht mal, mein Kindskopf schlägt einfach gegen
Metall, bevor die vier zugreifen können.
»Bewusstlos!«
lachen die Zwillinge. Die abströmende See dreht den Kleinen herum.
* * *
Immer noch das Schiff. Als könnten sich die vier keine größeren Sprünge
leisten. Die Passagiere drängeln sich vor der Reling, schauen durch
Feldstecher, putzen sie mit Lederlappen, die doppelläufigen Glasgeschütze
peilen übers Wasser den verschwommenen rötlichen Klotz an. Helgoland.
»Ja ja. Einzelheiten folgen gleich«,
murmeln Jörg und Kurt stereo. Ein Restnieseln sättigt die Luft, das Deck
schwankt nur ganz leicht. Neben einem Rettungsring stehen wir und die
Vierergang. Die Frau trägt jetzt eine Sonnenbrille. Bis eben muss ich geweint
haben, meine Augen sind verkleistert, ich bin dick eingewickelt und gucke gläsern
wie ein Säugling. Es ist dieselbe Decke, die acht Jahre später auf meinem Bett
liegen wird, die mit dem groben dunklen Schottenmuster. Hallo, Requisit. Meine
Eltern werden das Ding deshalb nicht entsorgen, weil Vater einfach nichts
wegwirft, es könnten wie-der schlechte Zeiten kommen. Er hält mich, und das
bei seinen Rückenschmerzen, außerdem vergräbt er sein Gesicht in den Stoff über
meiner Brust, zuckt ab und zu, murmelt Feuchtes. Meine Haare hat Mutter
trockengerubbelt, das Handtuch liegt als Turban um meinen Kopf. Ihr Mund
entspannt sich ein wenig, das Schiff liegt fast ruhig. Sie hört Vaters
Gejammere zu und versucht unter den vieren dankbare Blicke zu verteilen, aber
es gelingt ihr schlecht. Ihre Lider wollen nie mitspielen, irgend etwas zieht
sie immer entscheidende Millimeter herunter auf Halbmast, die Erschöpfung
haftet seit den frühesten Jahren
an Mutters Gesicht. Die vier schmunzeln zurück: gern geschehen. Sie wenden sich
wie alle anderen zur Insel. Jörg und Kurt nehmen Vater und mich in die Mitte,
erzählen, was es zu sehen gibt:
»Also, Jens: Diese Insel besteht einmal aus dem flachen Unterland, da stehen
die meisten Hotels, da ist die Einkaufsstraße. Hier links liegt der Südhafen,
mit den langen Molen, von oben gesehen ragen sie wie Zangen ins Meer hinein.
Dann kommt zweitens das Mittelland, dieser große Krater.«
Vater sieht hoch, mit entzündeten Augen:
»Der arme Junge kriegt doch gar nichts mit.«
»Wir versuchen es aber. Drittens erhebt sich über allem das Oberland, die
Steilküstenebene. Der fünfzig Meter hohe Felsensockel. Das Oberland ist klein,
in einer Stunde spaziert man am Klippenrand bequem drum herum.«
Eine feuchte Staubwolke belagert Helgoland, als sei die Insel mit dem Meer in
einen Kampf verwickelt gewesen. Und die Sandbank, rechts, mit dem gelben Gras
und den verstreuten Gebäuden?
»Das ist viertens die östliche Düne, die Nebeninsel. Hat einen Flugplatz. Und
im Sommer ist das ein Badeparadies. Heute haben die Seehunde den Strand für
sich.«
Beide könnten als Bauchredner auftreten, bewegen kaum die schmalen Lippen. Ihre
Hakennasen, ihre verschnupften Gesichtserker,
»nur nicht frech werden«,
ihre scharfen Zinken mit Tropfen am Erker zeigen genau auf den nassen Haufen
Sand. Vater hebt seinen Kopf:
»Frech werden?«
»Freche Leute stören die armen Tiere. Die Seehunde. Im Sommer gibt’s täglich
mehrere Tausend Touristen, die schnell die Insel, sagen wir mal, angucken
wollen. Und dazu immer der Flugbetrieb. Da, der hat die erste Gelegenheit zum
Start abgewartet.«
Von der Düne steigt eine Propellermaschine mit einiger Mühe wie eine schwere
Ente in die Höhe und surrt über die See.
»Den Flugplatz haben die Nazis gebaut. Weiß Ihr Junge von den Nazis?«
»Ich... ich tue mein Bestes.«
Quält ihn nicht. Vater wird sich sowieso Mühe geben. Am liebsten hätte er mir
als Baby statt Rasseln Bücher in die Hände gedrückt. Aber hartnäckig besorge
ich mir Superhelden-Comics, backe einen Teddy bei Höchsttemperatur und weigere
mich, meine Eltern beim Vornamen zu nennen, ich bin schon ein Miststück.
»Eigentlich können Sie Ihren Jungen absetzen.«
»Meinen Sie?«
Das Schiff gleitet an den Molen vorbei. Helgoland taucht aus der letzten Umhüllung.
Mit einem Mal, als hätte das Oberland hinter dem Dunstschleier Kraft gesammelt,
bricht ein Sonnenstrahlenbündel durch, tastet die Klippen ab, und der rote
Felsen, noch regennass, glimmt in Purpur. Komisches Ding, der lange Block aus übereinandergeschichtetem
Gestein, durchzogen von eingeritzten helleren Bändern, wie unnatürlich aus
mehreren Tonlagen modelliert und anschließend oben glatt abgeschnitten, ein
Ziegel im Meer.
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