Ende von Elfriede Jelinek, 2000, Lyrikedition 2000

Elfriede Jelinek

vogel herbst
(Leseprobe aus: Ende, Gedichte, 2000, Lyrikedition 2000)

durch das feld von
wilden zungen
rauscht
der schreiendsüße
herbstwind
gehn
die hüterinnen
durch das
flatternde zungen feld
schneidet
die ruten frau

der wind ist ein
achteckiger raum

nachtigallen zungen stumpf
geworden an
dem feder gitter
unsrer balkons

wem kann ich mich
anvertraun?

vogelköpfe getrieben
vom schwarzen
most herz
blutig aus weinigen
wimpern
singend

und das feld ist
eine sichel die
hüterinnen eine
tulpe
hindurch

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