Wiederbelebungsversuche von Jayne-Ann Igel, 2001, Unartig

Jayne-Ann Igel

das salz, die erde
(Leseprobe aus: Wiederbelebungsversuche, Gedichte und Resonanzen, 2001, Verlag Unartig/Zeitzeichen)

wir sind das salz, die erde, wir verhören uns bis tief in
die nacht, sezieren den traum, ehe er unsere körper 
verläßt; wir sind die gefangenen der halbmonde unterm fingerlid, 
des schmutzes, der sich an dessen rändern sammelt, 
spuren von erde in unserer biographie

unsere identitäten, frisch mit abblätternder farbe 
getünchte gebäude, häuser in der uniform nächtens 
gezüchteten salpeters, wir gehen um in den kellern -; 
unsere lippen berühren die lippen des brotes in 
umnachteten stunden, die lippen des schlaf

Rezension I Buchbestellung I home II05 LYRIKwelt © J.A.I.