Der Eidervogel
Wo der blaue Fjord
die Küste zersägt,
Der Eidervogel sein Nest aufschlägt.
Er pflückt von der
Brust sich den weichen Daun,
Es traulich und warm in den Fels zu baun.
Des Fjordfischers
Herz hat für Mitleid nicht Raum;
Er plündert das Nest bis zum letzten Flaum.
Der Vogel, voll
trotziger Lebenslust,
Zerrupft sich von neuem die eigene Brust.
Und aber
geplündert, er bettet sich doch,
Von neuem sein Nest in ein wohlversteckt Loch.
Doch wenn ihn das
Schicksal zum dritten Mal schlug,
So hebt er die blutende Brust zum Flug -
Und flieht aus dem
kalten, ungastlichen Land,
Gen Süden, gen Süden nach sonnigem Strand.
(Übertragung: Christian Morgenstern)
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