Siegfried
Genugtuung war`s, wie
Auftrieb, als Du kamst sahst und siegtest, nicht?
Wie Siegfried ohne Schwert, schamlos, wo ist Dein Sinn für Gerechtigkeit geblieben?
Siegfried, angebetet, den Drachen getötet habe ich.
Das Blut, das an meinen Händen klebte hast Du übersehen und Dir die Lorbeeren
angesteckt.
Gekrochen bin ich und Du lobtest mich für meinen aufrechten Gang.
Die Schlinge um meinen Hals wurde enger, doch Du hieltest mich im Garten der Träume.
Dort nahmst Du den Apfel, ohne Zögern, Rechenschaft über seinen Verbleib durfte ich
ablegen.
Oh, Siegfried, wieso hast Du Dein Holzpferd weiß getüncht und ich sah den Schimmel?
Feige bist Du im Nebel gefallen, schriest um Hilfe und ich knipste das Licht an.
Schild, Schwert und Holzpferd entriß ich Dir.
Du ranntest in die nächste Vorstellung.
Verlassenes Theater, verstaubte Bänke, von Motten zerfressene Vorhänge.
Mit Staubtuch und Mottenkugeln bewaffnet hoffe ich auf die nächste Vorstellung.
(2001)
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