Vorbei
(Leseprobe aus: Die Gedanken sind frei,
Gedichte, 2011, e-book).
Schrei, wenn du kannst,
brüll in die Nacht,
vom Feuer brünstig
und kochend,
schrei hinaus
deinen Schmerz,
deine Lunge,
deine Seele,
dein Ich,
solange du kannst,
wo du verloren
in unendlich
langen Sekunden
Hab und Gut,
Frau und Kind,
Hoffnung und Glaube,
für jetzt und immer,
Seele,
löchrig wie Sieb,
dank der Hölle,
vom Himmel gekommen
wie einst
die Helikopter
in Apokalypse Now,
Boden und Luft verbrannt,
stechend Geruch
von
Haut, Knochen und Blut,
Metall, Glas und Plastik,
wohin nur, da
kein Ausweg,
keine Gnade,
noch Barmherzigkeit,
wir loben dich,
oh Herr
über Leben und Tod,
der uns erwählt
als Opfer
oder Lamm
oder Beides,
dir zur Ehre
krepieren wir
heut und jetzt
für nichts,
was sich lohnt.
Vorbei.
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