Markus Henz

tunnelblick

im tunnel der liebe
spielt die musik
während fleisch sich türmt
streckt gen babel

schreie
wecken nicht

kein traum
alles echt

unsere hoffnungen gegen wände gedrückt
die letzten reste unter den nägeln
stürzen wir tunnelwärts

beton
endlose röhre
menschen die sich nahe kommen
erdrückend nahe
atemberaubend nahe

leben fällt
hände greifen
tod
wird weitergereicht
im takt tanzen die da oben
die nichtwissenden

ohnmacht
allenthalben
die nacht die anders ist
mit glasigem blick
ohne antwort
allein gelassen hockt sie da

allein
allein
allein
...

(2010)

Rezension I Buchbestellung I home III10 LYRIKwelt © M.H.