Ein Bild zog vorüber
(Leseprobe aus: Lýtt lot, Gedichte, 1963)
Ich ging hinaus an einem Tag
so einem Tag,
an dem die Luft kalt und rein ist,
erfüllt mit wartendem Leben.
Ich bleibe stehen.
Ach nein, ich kann nicht weitergehen,
ich kann nicht leben
mit dieser grossen Freude in mir
in dieser Schönheit,
es ist zu gross, zu gut-
ich trinke dich mit allen Sinnen-
schöne Stunde.
Dann stehe ich bei einer Kirche;
abendrote Sonne
hängt über dem Zaun-
grauem Winternebel,
der zwischen den Bäumen haucht,
leiht sie Farbe.
Aus einem kleinen Kirchenfenster
strecken die Lichter ihre flatternden Arme aus,
und plötzlich spriesst
eine Trauerweise aus dem Erz-
die Töne schweben eine Weile
- fragend -
in der kalten Luft.
Verschwinden dann
wie schweigende Vögel.
Ein Trauerzug kommt.
Grau und gebeugt
gehen sie still
hinter dem weissen Sarg her.
Du stehst dort, schaust zu, von draussen.
Nun bist du so arm geworden
in deiner grossen Freude.
Du wirst mutlos,
ist dir erlaubt
so froh zu sein?
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Dann musst du gehen
- mit deinem Tag in dir -
wie jene mit ihrem.
(Übertragen von Anette Nielsen: Vestmanna)
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