Zwizwa
(Leseprobe aus:
Zwizwa, Reproduktion als Konfusion zwischen Wahrnehmung und
Kommunikation, 2002, Verlag Das
fröhliche Wohnzimmer).
sch sch sch
sch schsch
sch sch sch ffsch sch sch sch
notierte ich spontan.
Ein Lautgedicht, dachte ich, oder eher visuell, ein visuelles Lautgedicht?
sch___ __ __ _ ff_ _ _ _
sch___ __ __ _ ff_ _ _ _
sch___ __ __ _ ff_ _ _ _
Als Autor in einer untergeordneten Liga darf man nicht auf die Toleranz eines
Bundesligapublikums hoffen oder gar mit an charismatischen Kunstdarbietungen
internationalen Standards geschulten Kunstkonsumenten rechnen. Entsprechend legt
man umso mehr Wert auf konventionelles Können. Man wird bescheiden. Das
Abstrakte war nicht in mir.
Aber wo bleibt hier das Neue, das Überraschende, fragte ich mich trotzdem.
sch___ __ __ _ ff_ _ _ _
Die Abstraktion als Transformation des Lautes mit Hilfe der Visualisierung in
pures Denken, oder so ungefähr, dachte ich. Und ich grübelte, - ein zündender
Funke noch, der den künstlerischen Umgang mit dem das Telefongespräch störenden
Zuggeräusch erfahrbar macht, der Witz, ohne den nichts mehr geht?
Neben Schalko saß ein Gnom im Abteil. Vogel, Hund, Schwein und auch wieder
nicht, nicht Fisch, nicht Reptil, nicht größer als ein fünfjähriges Kind,
buckelig, schwerfällig, roter Umhang, schwarze Strumpfhose, blauer Trichter als
Hut mit Ast und roter Weihnachtskugel dekoriert, Ohren bis zu den Knien, einen
Schnabel, gekreuzt und gebogen wie überlange Fingernägel.
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