Bahnwärter Thiel
(Leseprobe aus: Bahnwärter Thiel,
Erzählung).
Allsonntäglich saß der Bahnwärter Thiel in der Kirche zu Neu-Zittau, ausgenommen
die Tage, an denen er Dienst hatte oder krank war und zu Bette lag. Im Verlaufe
von zehn Jahren war er zweimal krank gewesen; das eine Mal infolge eines vom
Tender einer Maschine während des Vorbeifahrens herabgefallenen Stückes Kohle,
welches ihn getroffen und mit zerschmettertem Bein in den Bahngraben
geschleudert hatte; das andere Mal einer Weinflasche wegen, die aus dem
vorüberrasenden Schnellzuge mitten auf seine Brust geflogen war. Außer diesen
beiden Unglücksfällen hatte nichts vermocht, ihn sobald er frei war, von der
Kirche fern zu halten.
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