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Amerikanisches
Fegefeuer
(Leseprobe aus: Amerikanisches
Fegefeuer, Roman, 2006, Tropen-Verlag
- Übertragung Volker Oldenburg).
Ursprünglich bin
ich aus Chicago. Ich zog nach New York, heiratete ein Mädchen namens Anne und
lebte glücklich und zufrieden, als etwas geschah. Ich wußte nicht, was es war,
und hätten Sie mich zu der Zeit gefragt, hätte ich »nichts« gesagt, daß
nichts geschah, weil für mich nichts war. Ich stand im Laden einer Tankstelle
an einer malerischen Landstraße in New Jersey. Ich arbeitete mich durch die
verschiedenen Süßigkeiten und Snacks, unschlüssig, was ich Anne mitbringen
sollte. Sie wartete im Auto. Wir waren unterwegs zu ihrer Mutter, und
wahrscheinlich studierte ich auf der Suche nach etwas Nahrhaftem die Etiketten.
Obwohl es kein Traum war, kam es mir im künstlichen Licht des Ladens vor, als
lebte ich in der Welt eines Traums, mit dem großen Unterschied, daß in dieser
Welt, der Ladenwelt, anders als in einer Traumwelt, nicht viel geschah.
Das stimmt nicht. Alles geschah, nur sah ich es nicht. Ich sah es nicht, weil
meine Aufmerksamkeit von den Kühlregalen an den Wänden und den glänzenden
Auslagen in den Gängen beansprucht wurde. Ich konzentrierte mich auf die vielfältige
Auswahl, die ich nach einer Weile auf ein kleines Päckchen Erdnüsse, einen
Eiweißriegel und einen sogenannten Energy Drink eingegrenzt hatte. Als ich an
der Kasse bezahlte, fielen mir die Ringe an den Fingern der Kassiererin nicht
auf, und ich zählte auch nicht mein Wechselgeld. Als ich zur Tür ging, fielen
mir die Fettflecken auf den viereckigen braunen Fliesen nicht auf oder der
Himmel, der blau durchs Fenster schien. Als ich hinausging, zurück zum Auto,
fiel mir nur auf, daß das Auto fort war …
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