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Die Luft
(Leseprobe aus: Jahrbuch der Lyrik 2008, 2008,
S. Fischer, hrsg. von
Christoph
Buchwald und Ulf Stolterfoht)
Es ist die reine Luft ein feines Gasgemisch
aus Stick- und Sauerstoff, gesunde Atmosphäre.
Schweig still, der Dichter singt! Im Zauber der Schimäre
verwandelt er in Kunst natürliches Gezisch.
Sein lieblicher Gesang ist leider trügerisch,
denn alles wäre gut, wenn nicht das Böse wäre:
Mit Kohlendioxyd verpesten Aktionäre
im Sog der Industrie das Gut verschwenderisch.
Wer kennt Empedokles mit seiner guten Nase?
Er roch, ein Philosoph, die Kraft der edlen Gase
und setzte aller Welt die gültigen Akzente.
Der Mensch, er braucht die Luft, der Elefant
nicht minder,
zum Atmen ein und aus. Gut zugehört, ihr Kinder,
wir alle spielen mit im Spiel der Elemente.
Rezension I Buchbestellung I home IV09 LYRIKwelt © S. Fischer Verlag