Rudolf Habetin

Verstörte Rast
(Leseprobe aus:
Du in der Zeit, Gedichte und Sonette, 1933, C. M. Gärtner).

Manchmal, in grossen, fremden Städten hats
du schon, aus wirrem Traum erwacht, gelauscht,
nachts im Hotel, wenn leis der Lift noch rauscht,
und wusstest, überall bist du nur Gast.

Im Dunkel kreiste deiner Jahre Hast,
von ihrer Fülle warst du bang berauscht:
In wieviel Kreise hast du dich vertauscht
und keinem ganz gehört, der dich umfasst!

Ein jeder kennt nur seinen Teil in dir,
Was du dem bist und jenem, bist du hier.
Umdunkelt bleibst du, fremd sind deine Schritte,

nur du allein bist deiner Vielheit Mitte,
mit der du stirbst und die mit dir zerfällt.
Und dennoch hältst du, was sich nicht behält. -

Rezension I Buchbestellung III00 © LYRIKwelt