Rudolf Habetin

Rückkehr

Es ist die gleiche
grosse Stadt noch immer:
ihr Himmel, der uns
nirgends schöner schien,
Platz, Park und Strassen,
hell im Morgenschimmer,
süsslicher Duft
von Blüten und Benzin.

Die Sonne meint es gut
mit mir, mein Schatten
begleitet mich,
wie du einst, leichtbeschwingt.
Wann war's, dass wir uns
jung verlassen hatten,
du, deren Name
wieder in mir singt?

Ach, dann am Abend
endet meine Runde
einsam im grellen Licht,
das mich verwirrt,
und plötzlich hat
aus deinem fernen Munde
von einst ein Wort
sich her zu mir verirrt.

Du mochtest es hier
leis verloren haben,
es schlief und rief mich
einmal noch hierher.
Es lag verwaist
im Stein der Stadt begraben.
Wo magst du sein?
Die Nacht schweigt kühl und leer.

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