Irena Habalik

Zu den Wurzeln
(Aus: Versnetze_acht, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, 2015, hrsg. von Axel Kutsch).

Buchstabenziffern ins Graugewölb
kritzeln
Unter den Brückenpfeilern
der Windsbraut gegen das Kinn hauen

Zu den Wurzeln über die Treppen
Die Worthülsen zappeln lassen

Das Schwarze pressen bis es tagt
In zweiundzwanzig Takten überqueren
das Asphaltknirschen im Rücken

Aus der Nacht fahren
Nahtlos sich über die Rückseite
des anbrechenden Morgens abseilen

Jaggisch zum Pförtner rufen
oder querfeldein nach Geflüsterweiß
haschen und kreisen
irgendwo vermisst uns das Zuhause

(2015)

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