Andreas Gryphius

An die Welt

Mein oft bestürmtes Schiff, der grimmen Winde Spiel,
der frechen Wellen Ball, das schier die Flut getrennet,
das wie ein schneller Pfeil nach seinem Ziel rennet,
kommt vor der Zeit an Port, den meine Seele will.
Oft, wenn uns schwarze Nacht im Mittag überfiel,
hat der geschwinde Blitz die Segel schier verbrennet.
Wie oft hab ich den Wind und Nord und Süd verkennet!
Wie schadhaft ist Spriet, Mast, Steurruder, Schwert und Kiel!
Steig aus, du müder Geist, steig aus, wir sind am Lande.
Was graut dir für dem Port? Itzt wirst du aller Bande
und Angst und herber Pein und schwerer Schmerzen los.
Ade, verfluchte Welt, du See voll rauher Stürme,
Glück zu, mein Vaterland, das stete Ruh im Schirme
und Schutz und Frieden hält, du ewig lichtes Schloß!

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