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Kind oder Zwerg
(Leseprobe aus: Kind oder Zwerg, Roman,
2006, DVA)
»Ich möchte Ihnen noch einige
Fragen stellen«, sagte der Arzt jetzt, als hätte er nicht schon unzählige
gestellt. »Ich möchte Sie bitten, sich nicht zu wundern, falls Ihnen die
Fragen etwas merkwürdig erscheinen.« Dabei kein Zucken mit der Wimper, nur ein
leichtes Wippen des Fußes, und das hinübergeschlagene Bein wieder auf den
Boden gestellt. »Wenn ich zum Beispiel sagen würde, der Apfel fällt nicht
weit vom Stamm. Also, wenn ich das beispielsweise zu Ihnen jetzt so sagen würde,
was würde ich damit sagen wollen?«
»Nun«, sagte Poninger. »Nun.« Vorsichtig antworten, sich Zeit nehmen. »Da
ist einmal der Apfel. Und daneben, also nicht weit weg ... nun, der Stamm, es
ist ... ist keine weite Entfernung, die der Apfel da fällt. Weil der Apfel fällt,
ist eben der Stamm auch nicht weit ...«
»Ja«, sagte der Arzt, »vielen Dank, das genügt schon … Eine Frage noch.
Was wäre denn eigentlich der Unterschied zwischen einem Kind und einem Zwerg?«
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