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aus: Körperfluchten
AUF NOEL TERSIS ANRATEN HIN hatte Celeste den visionären Architekten Raymond Montgomery damit beauftragt, eine Reihe eigenwilliger Gebäude zu erschaffen, dreiundzwanzig Stockwerke hoch und in prächtigem neogotischen Stil gehalten, die sich bis vor die Tore der Häuser ihrer Mutter und ihres Vaters erstreckten und von Statuen gekrönt wurden, die nach dem Bilde von Celestes kroatischem Gehilfen Aleksandr gestaltet waren. Aleksandr, Sohn eines Baumeisters und selbst in dieser Kunst geschult, stellte, nach allem was man hörte, die Inspirationsquelle für dieses gewagte Unternehmen dar. Den Zeitungen zufolge wurde Celeste Martin eines frühen Sonntagmorgens auf ihrem Heimweg nach einer strapaziösen Nacht in der Stadt von einer Vision überwältigt. Vom Rücksitz ihres Wagens aus sah sie etwas, das sie für das Gesicht einer christlich-orthodoxen Ikone hielt, eingerahmt von der buntgläsernen Eingangspforte der Langore-Square-Kirche. Als sie erkannte, daß die eingesunkenen Augen, der hängende Unterkiefer, die eingefallenen Wangen und die schmalen wohlgeformten Lippen dieses glückselig betrübten Gesichts ihrem Gehilfen gehörten, und daß das Kind auf seinem Arm nicht das Jesuskind sondern Aleksandrs kleine Tochter war, spürte sie die ergreifende Anwesenheit Gottes. Als Aleksandr verloren in dieser demütigen und trostlosen Pose dastand und dabei so verlassen und zerbrechlich wirkte, erschien er Celeste wie ein Heiliger der Immigranten, dessen Abbild, wie sie dachte, auf einem die Zeit überdauernden Wahrzeichen verewigt werden müsse …
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