Der heilige Leib
(Leseprobe
aus: Bd. II.
Liebesgedichte 1917-1950, Wallstein-Verlag)
Behausung meiner Ahnen
Dies schwanke Knochenhaus
Auf Sand gebaut
Aus meinen Augen blicken
Sie allen meinen Straßen nach
Und meine Milz ist ihre Garküche
In der sie kochen mit Fett und Blut
In der Ruinennische schläft noch meine Mutter
Am Kehlkopf klebt der Tabakrauch der Alten
Mein heilger Leib!
Die Opferstiere brüllen tief in mir
Und Rinderlenden duften samstäglich
Mein Mund beherbergt noch
Jahrhundertealte Silben
In meinen Ohren ist ein Rauschen und Lauschen
Und kein Gott
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