Bärbel Golinski

Weihnacht

Manchmal im Geröll
im Getriebe des Tags
augenblickslang
wie Goldstaub
ein Schimmer.

Aus grünendem Tann
in frostiger Höhe -
wie Traum:
perlend und funkelnd
Kehllaut der Nachtigall.

Schwingt sich
durchmißt - ein freudiges Echo -
Dunkel der Schluchten
die Kühle des Tals.
Doch über allem leuchtet darein
festlich der Stern.

Dies Sehen
liebendes Sehnen des Himmels
das mit uralten Zeichen
umfängt irdisches Sein
jeder Hoheit entkleidet
sich birgt
in dürftiger Hülle
schutzlosen Kindes

Uns aber -
im Tosen des Tags
aus der Tiefe der Zeit -
wie sachtes Berühren
das Wort:
Getrost seid -
getrost
und fürchtet euch nicht.

(2010)

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