Böhmische Dörfer
Hier ist die Landschaft, in der du
unbedingt sein möchtest.
Glattrasierte Wangen der Hügel wechseln sich ab
mit wildem Gestrüpp, umgefallenen Bäumen zwischen
denen Rehe mit weißen Pampershintern hervorspringen.
Die Vögel entfesseln ein irres Konzert
angesichts
deines Kommens, könntest du denken, aber es ist
wegen des Frühlings und erste Hummeln brüten
über dem Geheimnis der Kirschbaumknospen.
Alles ist in einer großzügigen Geste in die
Landschaft geworfen,
die holprigen Wege, verrostete Erntemaschinen und hier und da
eine Burgruine, deren warzige Mauern einst den Weltmittelpunkt
bedeuteten für die Bauern, die in Erdfarben getarnt
hinter dem Pflug gingen.
In den Schänken sitzen die Männer gebückt um
die Tische,
als wollten sie ihre Bäuche vor den Blicken erlegten Wilds
an den Wänden verstecken. Die Dörfer – ein Gewirr
aus Lattenzäunen, zerfallenden Scheunen, Obstgärten mit Hunden
und Kindern in Gummistiefeln, sehen noch so aus,
wie man sich das Landleben vorstellt, voll
unbekümmerten Drecks
und verwahrloster Ecken, an denen sich das Auge vor zuviel
gelungener Geometrie ausruhen kann. Niemand beschwert sich
über die Lagerfeuer. Der Geruch verbrannter Äste fährt
als blinder Passagier bis zur Grenze mit.
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