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Easy und Scheer
(Leseprobe aus: Easy
und Scheer, Roman, 1999, S.
Fischer TB)
»[…] wenn ich etwas in meinem Leben nie
vergessen möchte,
dann die Woche auf diesem holländischen Plattbodenschiff,
vor allem nicht den Abend, als sie die Hansen überfielen,
und die Nacht, als ich in dem Netz lag« (S. 11). So
beginnt Isabelle, genannt Easy, ihren subjektiven Bericht
über eine Klassenreise, den sie freiwillig im Rückblick
schreibt, um die äußeren Ereignisse und die für sie wichtigen
inneren Erlebnisse, ihre Gedanken und Gefühle festzuhalten.
Denn: »Es gibt wenig auf den Fotos zu sehen, und je mehr
Zeit vergeht, desto länger werden die Geschichten, die man
erzählen muss, um sie zu erklären. Und so kam ich darauf,
über die Fahrt zu schreiben. Das ist ja auch eine Art, etwas
aufzubewahren.« (S. 116)
Eine einzigartige Klassenreise also, warum?
Easy ist 14 Jahre alt und lebt in Hamburg Altona, direkt
am Kiez. Die Mutter hat die Familie verlassen, der Vater ist
arbeitslos, der Bruder muss von ihr betreut werden. In ihrer
Klasse sind chinesische, kroatische, serbische, spanische,
polnische, türkische und deutsche Jugendliche, ein »wilder
Haufen«, wie sie sagt, nicht der Multikulturalität wegen,
sondern »weil du bei manchen denkst, sie haben einen
Sprung in der Schüssel, zeitweilig jedenfalls, ich inbegriffen«
(S. 10). Zur Stärkung der Klassengemeinschaft will die Lehrerin,
Frau Hansen, mit der Klasse eine Segeltour auf dem
holländischen Ijsselmeer machen, mit einem Besuch in Amsterdam
als Abschluss. Bei der Abfahrt taucht plötzlich der
17-jährige Mike Scheer auf, der im letzten Jahr kaum noch
in der Schule war und seine Zeit auf dem Kiez verbringt. Alle
sind überrascht und spüren die Distanz zwischen sich und
ihm. (»Jeder wird dasselbe gedacht haben: Er passt nicht
mehr zu uns. Oder anders gesagt: Wir passten nicht mehr zu
ihm. Wir waren zu jung für ihn.« [S. 13]).
In diesem Spannungsfeld beginnt die Reise. Scheer überrascht
die Lehrerin durch äußerst soziales Verhalten, das teil28
weise auch die anderen ermuntert, nicht nur an sich zu denken.
Auch Easy nimmt verwundert Scheers verändertes Verhalten
wahr, hinterfragt es und versucht sich in ihn hineinzudenken.
Irgendwie fühlt sie sich von ihm angezogen. Und ihr
scheint es, als würde Scheer ein Auge auf sie werfen. Easy hat
allerdings große Schwierigkeiten, sich ihrer widersprüchlichen
Gefühle gegenüber Scheer, der Lehrerin und auch anderen
Klassenkameradinnen und -kameraden bewusst zu werden
und sie anzunehmen. Häufig verhält sie sich genau
entgegengesetzt zu ihren Gefühlen.
Dann geschieht etwas Entscheidendes: Auf ihrem abendlichen
Spaziergang wird die Lehrerin überfallen und ihrer
Handtasche beraubt. Easy hegt einen Verdacht. Die ganze
Klasse macht sich auf die Suche nach den Verdächtigen, die sie
überraschenderweise in einer Disco aufspüren. Die Polizei verhaftet
sie. Easy gerät in einen starken inneren Konflikt. Was
wäre, wenn sie sich getäuscht hätte? Doch ihr Verdacht bestätigt
sich. Die Handtasche und ein Teil ihres Inhalts wird wiedergefunden
und der Lehrerin übergeben. Vor Freude feiert
die Klasse ein Bordfest, an dem Easy nicht teilnimmt. Sie legt
sich in das Netz am Bugspriet, das sie fasziniert und fürchtet,
seit sie auf dem Schiff ist. Sie bleibt nicht lange alleine. Scheer
legt sich zu ihr. Für einen kurzen Augenblick sind beide offen
füreinander, gehen ehrlich miteinander um, sind sich nahe.
Am letzten Tag steht Amsterdam auf dem Programm, beginnend
mit dem Besuch des Anne-Frank-Hauses. Easy
nimmt an der Besichtigung als Einzige nicht teil. In einer Art
Trotzreaktion schließt sie sich Scheer an. Im Gewühle eines
Kaufhauses verlieren sich die beiden schließlich. Zurück
bleibt die ratlose Easy mit Scheers Rucksack, der plötzlich
ein schweres, hartes Paket enthält. Erst kurz vor der Abfahrt
des Busses taucht Scheer plötzlich wieder auf. Während des
letzten Abends auf dem Schiff bemerken die Kojenmitglieder
von Scheer, dass jemand ihr Gepäck durchwühlt hat. Als
Easy zufällig in ihre Tasche schaut, entdeckt sie ein schwarzes,
verschweißtes und versiegeltes Paket, das sie als den Ge29
genstand aus Scheers Rucksack erkennt. Sie versteckt es in
ihrer Koje. Easy gerät in ein schweres Dilemma. Sie kommt
zu dem Schluss, das Paket für Scheer über die Grenze zu
schmuggeln. Wieder zu Hause spürt sie, dass etwas auf dieser
Reise mit ihr geschehen ist: Sie ist erwachsener geworden.
Sie hat ein moralisches Dilemma alleine gelöst und positive
Erfahrungen mit sich selbst gemacht. Deshalb wird für
sie diese Reise unvergesslich bleiben.
Didaktische Überlegungen
Die Jugenderzählung ›Easy und Scheer‹ kann in der 8. oder
9. Jahrgangsstufe (ab 14 Jahre) gelesen und behandelt werden.
Sie ist in besonderer Weise für die Hauptschule geeignet:
Der geringe Umfang (117 Seiten) ist auch für weniger
geübte Leser bewältigbar; die kurzen Abschnitte geben viele
Möglichkeiten für Lesepausen; die Ich-Erzählerin ist um eine
»normale« Sprache bemüht, die jedoch viele Wörter und
Redewendungen aus der Jugend- und Szenesprache enthält.
Der Erzählstil lehnt sich stark an mündliches Erzählen an,
so dass die Leserinnen und Leser Elemente ihrer eigenen
Sprache wiederfinden.
Das soziale Milieu, in dem die Erzählung spielt, ist vielen
Hauptschülerinnen und -schülern bekannt und vertraut, zumindest
denen aus städtischen Gebieten. Es kann mit dem
eigenen Umfeld verglichen werden.
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist 14 Jahre alt. Sie
schildert die Ereignisse aus ihrer Perspektive, dazu Gefühle
und Befindlichkeiten, Träume und Ängste. Besonders die Leserinnen
werden sich leicht mit der Figur identifizieren können.
Die Jugendlichen lernen durch die weibliche Erzählperspektive
die Innensicht eines Mädchens kennen, können sie
eventuell kritisch befragen und besser verstehen lernen. Die
männlichen Figuren geben den Schülern verschiedene Möglichkeiten
der Identifikation bzw. Distanzierung. Empathie
als soziales Lernziel kann hier mit Hilfe von Literatur angestrebt
werden.
Das Buch spricht eine Fülle von Themen an, die heutige
Jugendliche kennen und beschäftigen: soziales (Brennpunkt-)
Milieu, multikulturelle Klassen, Gewalt unter Jugendlichen,
illegale Drogenbeschaffung und als zentrales Thema: Ich-
Findung und verschiedene Formen der Ich-Darstellung in
diesem sozialen Umfeld. Für Jugendliche weniger bekannte
Themen sind Erfahrungen mit Landschaft, Segeln und der
Umgang mit Träumen und deren Bedeutung. Trotz der Fülle
von Aspekten wirkt die Erzählung nicht konstruiert, sondern
spricht durch ihre Authentizität im Erzählstil und der Perspektive
sehr an.
Aufgrund der thematischen Vielfalt und großen Nähe zu
den Leserinnen und Lesern erscheint es mir notwendig, die
Unterrichtsreihe projektartig anzulegen und die Schülerinnen
und Schüler stark an der Planung und Gestaltung zu beteiligen.
Methodische Vorschläge
zur Gestaltung einer Unterrichtsreihe
Aufgrund des geringen Umfangs und der Nähe der Erzählsprache
und des -stils zur Jugendsprache eignet sich die vorliegende
Erzählung für selbständige Lektüre.
Einstiegsmöglichkeit
Um zum Lesen des Buches zu motivieren, schlage ich als Einstieg
vor, eine Anzeige eines Veranstalters für Klassensegelfahrten
zu präsentieren, die in ihrer Werbung Stichwörter
wie Teamgeist, Gemeinschaft, Verantwortung, Natur-Entdecken
und Abenteuer enthält (solche Anzeigen findet man
z. B. in Zeitungen der GEW). Dazu kann die Lehrerin/der
Lehrer schon kurze Informationen zum Kontext der Er-
zählung geben. Außerdem ist es sinnvoll, ein Schema eines
Segelschiffs zu präsentieren, das alle wichtigen Begriffe (Bug,
Heck, Winsch etc.) erklärt, die auch in der Erzählung benutzt
werden, und eventuell als Arbeitsblatt begleitend zur
Lektüre auszugeben (zu finden in Jugendsachbüchern über
Schiffe oder visuellen Lexika).
Als weiterer Schritt oder Alternative könnte der 2. Abschnitt
der Erzählung vorgelesen werden, der in die Erzählung
einleitet.
Es folgt die Lesephase. Die Schülerinnen und Schüler können
übers Wochenende, während Kurzferien oder im Verlauf
einer Schulwoche das Buch zu Hause lesen. Folgender
Arbeitsauftrag parallel zur Lektüre scheint mir sinnvoll,
eventuell ergänzt durch ein vorbereitetes Arbeitsblatt:
1. Nummeriert die einzelnen Abschnitte der Erzählung
durch!
2. Findet für jeden Abschnitt eine Überschrift oder ein
Stichwort, das zum Inhalt des Abschnitts passt!
Abschnitt Seite Stichwort/Überschrift
1 9 Das Netz
2 9 Einleitung
3 11 Beginn der Fahrt in Altona
usw.
Bei leistungsschwächeren Klassen könnte dieses erste Arbeitsergebnis
gemeinsam durchgesprochen und verglichen werden,
wobei man mit unterschiedlichen Farben verschiedene Elemente
im Bericht optisch hervorheben kann (jeweils mit einer
Farbe Träume, Rückblicke, fortlaufende Handlung etc.).
Die so erarbeitete Grobstruktur der Erzählung, die Orientierung
im Buch und in der Handlung gibt, stellt mit dem
Buch das gemeinsame Material für die weitere Arbeit dar.
Bei projektartigem Vorgehen erscheint mir als geeigneter
Einstieg in die Arbeit mit dem Buch die Moderationsmethode.
Mit ihrer Hilfe können die Schülerinnen und Schüler die
weitere Arbeit inhaltlich strukturieren und planen. Dabei er32
halten die Schülerinnen und Schüler drei Zettel, auf die sie
jeweils ein Stichwort zum Satz »Mich/mir hat an der Erzählung
›Easy und Scheer‹ besonders beeindruckt/besonders gefallen
…« Die beschriebenen Zettel werden an ein Plakat
oder eine Pinnwand geheftet, thematisch gleiche einander
zugeordnet und mit einer Überschrift oder einem Oberbegriff
versehen. So werden die für die Schülerinnen und Schüler
wichtigen Themen anschaulich benannt. In einem zweiten
Durchgang erhalten die Schülerinnen und Schüler drei
Punkte, die sie auf die Themen verteilen können. Aufgrund
der Punkteverteilung wird gemeinsam entschieden, welche
Themen besondere Priorität haben, welche im Plenum und
welche arbeitsteilig erarbeitet werden. Das Plakat oder die
Pinnwand sollte während der gesamten Unterrichtsreihe immer
präsent sein, damit man die eigene Arbeit in die Gesamtplanung
einbinden kann.
Im Folgenden mache ich verschiedene methodische Vorschläge
zu einzelnen Themenschwerpunkten, die sich direkt
aus dem Text ergeben und vermutlich auch von Schülerinnen
und Schülern genannt werden. Wichtig erscheint mir,
dass die Arbeitsmethoden handlungsorientiert sind und zu
einem Produkt führen, das am Ende der Unterrichtsreihe
präsentiert werden kann. Von Vorteil ist es, wenn die Schülerinnen
und Schüler bereits Erfahrungen mit handlungsorientierten
Methoden des Literaturunterrichts und kreativem
Schreiben gemacht haben.
Ich-Findung von Easy
Zur Bearbeitung dieses Themas gibt es bezogen auf die beiden
Geschlechter unterschiedliche Aufgabenstellungen.
Damit die Mädchen, die sich durch die Ich-Perspektive mit
Easy stark identifizieren werden, Distanz zur Hauptfigur gewinnen
können, erscheint es mir wichtig, die Informationen,
die Easy in ihrem Bericht von sich preisgibt, zu versachlichen.
Die Aufgabenstellung könnte lauten:
In verschiedenen Abschnitten schreibt Easy über ihre
Familie (Abschnitt 6 [S. 17 f.], 26 [S. 65 f.]), über ihre
Gefühle und Ängste (Abschnitt 13, 14 [S. 35 ff.], 20
[S. 49 f.], 37 [S. 89 ff.]), ihr Verhalten (21, 22 [S. 50
ff.]). Lest diese Abschnitte durch und fertigt zu einer
Szene eine Personenbeschreibung von Easy (sachlich)
an!
Dagegen sollten Jungen ihre eigene Sicht auf die Hauptfigur
zum Ausdruck bringen können. Die Aufgabe für sie könnte
lauten:
Lest euch die Szenen, in denen Easy glaubt, von Scheer
genau beobachtet zu werden, durch (Abschnitt 21 [S. 50
ff.], 30 [S. 75 ff.], 42 [ab S. 103])! Stellt euch vor, ihr
wäret Scheer und betrachtetet Easy: Was seht ihr? Was
denkt ihr? Was fühlt ihr?
Schreibt einen kurzen Text zu einer Szene!
Bei beiden Aufgabenstellungen ist es sinnvoll, arbeitsteilig
vorzugehen und die einzelnen Szenen mit den jeweiligen
Textproduktionsaufgaben an Kleingruppen zu verteilen oder
die Schülerinnen und Schüler eine Szene auswählen zu lassen,
zu der sie schreiben. Die geschriebenen Texte können
anschließend auf einem Plakat präsentiert werden.
Der Schluss der Erzählung zeigt, dass Easy sich auf der
Fahrt verändert hat (vgl. Abschnitt 46, S. 115).
Wie kam es zu Easys Veränderung?
Die Schülerinnen und Schüler könnten zunächst in Einzeloder
Partnerarbeit Gründe für die Veränderung suchen, sie
im Plenum vorstellen und besprechen oder diskutieren.
Scheer als männliche Hauptfigur
Vor allem für die Schüler ist diese Figur von großer Bedeutung,
denn mit ihr werden sie sich – zumindest teilweise –
identifizieren. Die folgenden Aufgaben können arbeitsteilig
ausgeführt werden und eventuell für die beiden Geschlechter
verschieden sein.
Die wichtigste Frage lautet:
Wer ist dieser Scheer?
Dazu werden die Abschnitte 3 (S. 12) und 7 (S. 18) gelesen
und in einer kurzen Personenbeschreibung zusammengefasst.
Eine weitere oder alternative Schreibaufgabe könnte sein:
Easy erzählt über ihre Familie. Lasst Scheer ebenfalls
über seine Familie, sein Leben und seine Gründe für die
Teilnahme an der Klassenreise erzählen!
Mit dieser Aufgabe versetzen sich die Schülerinnen und
Schüler in die Figur hinein und entwickeln ihre (Vor-)Geschichte.
Die eigenen Texte werden dem Plenum präsentiert
und eventuell verglichen.
Die dritte Aufgabe zur Erschließung der männlichen
Hauptfigur könnte lauten:
Scheer verhält sich auf der Klassenreise nicht so, wie die
Klasse es erwartet. Warum? Sucht Gründe! Es hilft
euch, wenn ihr die Abschnitte 10 (S. 23) und 16 (S. 43)
sowie 33 (S. 83 f.) nochmals lest. Nennt die Gründe und
schreibt sie auf!
Anschließend werden, wie bei der Betrachtung von Easys
Entwicklung, die Gründe in einer Diskussionsrunde genannt,
und es wird sich darüber ausgetauscht.
Gewalt unter Jugendlichen
In mehreren Szenen der Erzählung wird der gewalttätige
Umgang von Klassenkameraden und -kameradinnen miteinander
beschrieben (Konflikte zwischen Scheer und Bulan:
Abschnitt 17 [S. 45], Abschnitt 36 [S. 88]; Schlägerei: Abschnitt
23 [S. 53–61].
Anlass, Verlauf und Lösung der Konflikte können von den
Schülerinnen und Schülern reflektiert und eventuell kann ein
Transfer auf die eigene Situation vollzogen werden.
Die geeignete Methode scheint mir – nach dem Lesen der
Szenen –, die Textsituation als Lebendes Bild darzustellen
(als wenn ein Fotograf ein Foto einer Spielszene gemacht
hätte). Dann wird eine Spielleiterin bzw. ein Spielleiter bestimmt.
Sie/Er stellt den Figuren Fragen, was sie denken oder
fühlen. Die Schülerinnen und Schüler versetzen sich auf diese
Weise in die Figuren hinein und können ihre eigenen Gedanken
und Gefühle, die sie durch die Lektüre der Figuren
gewonnen haben, formulieren. Schülerinnen und Schüler, die
nicht an der gestellten Szene beteiligt sind, beobachten und
nehmen kritisch Stellung.
Träume und ihre Bedeutung
Easy träumt in fast allen Nächten auf dem Schiff von dem
Netz am Bugspriet (Abschnitt 1 [S. 9] und 4 [S. 14]), das sie
fasziniert und fürchtet. Die Träume (Abschnitt 5 [S. 16 f.],
Abschnitt 12 [S. 35], Abschnitt 24 [S. 61], Abschnitt 35
[S. 86], Abschnitt 43 [S. 110]) geben Rätsel auf. Zunächst
sollen die Schülerinnen und Schüler Assoziationen zum Thema
»Netz« in einem Cluster aufschreiben.
Als zweiter Schritt werden Easys Träume nochmals gelesen
und die zentralen Wörter jedes Traums unterstrichen.
Danach sehe ich verschiedene Möglichkeiten der Weiterarbeit:
Zeichnerisch begabte Schülerinnen und Schüler versuchen
einen Traum bildlich oder als Collage darzustellen.
Schülerinnen und Schüler mit Erfahrungen im Bereich Kreatives
Schreiben könnten versuchen, aus den zentralen Wörtern
eines Traumes freie Gedichte oder Kurzprosa zu schreiben.
Die umgestalteten und ›verdichteten‹ Träume werden
nebeneinander präsentiert, und über deren Wirkung wird
auf die tiefere Bedeutung von Easys Träumen im gemeinsamen
Gespräch geschlossen.
Liebe – was ist das?
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit diesem
Aspekt ist der 19. Abschnitt (S. 47–49), der zunächst nochmals
gelesen wird.
Wie Easy suchen viele Jugendliche eine Antwort auf diese
schwierige Frage.
Eine Annäherung an eine Antwort ist durch folgenden Arbeitsauftrag
möglich:
Easy sieht verschiedene Formen der Liebe bei verschiedenen
Personen. Notiert die Personen und beschreibt
kurz, wie sie sich verhalten!
Befragt Personen aus eurer Umgebung (Mitschülerinnen/
Mitschüler, Lehrerinnen/Lehrer, Eltern, Geschwister,
Freundinnen/Freunde u. a. m.), was für sie ›Liebe‹
ist!
Haltet die Aussagen mit dem Kassettenrecorder oder
auf Zetteln fest!
Sucht Definitionen oder Aussagen über Liebe in Lexika,
Büchern oder Zeitschriften und notiert sie!
Gestaltet aus den wichtigsten Aussagen ein Plakat oder
ein Heft!
Drogen und Drogenbeschaffung
Das Thema illegaler Drogenbeschaffung wird im Text am
Rande behandelt. Scheer scheint als Bote zu fungieren. Easy
wird, ohne dass sie es selbst will, zu seiner Helferin. Das
stürzt sie in ein moralisches Dilemma, in dem ihr verschiedene
Facetten illegalen Drogenhandels durch den Kopf gehen.
Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, Gründe
für und gegen Easys Helferinnenrolle aufzuführen. Dabei
kann auf ihre Argumente im Text (vgl. Abschnitt 41 und 42
[S. 101–107]) zurückgegriffen werden. Sie sollen durch weitere
Argumente der Schülerinnen und Schüler ergänzt werden.
Am Ende müssten die Argumente abgewogen und eine
Entscheidung getroffen werden. Easys Entscheidung kann so
nachvollzogen und diskutiert werden. Diskutiert werden
sollte auch die Frage:
Wie hätte ich mich entschieden?
Mit der Lektüre von Sachtexten oder Zeitungsberichten
über Drogenhandel kann dieser Aspekt inhaltlich vertieft
werden.
Der Abschluss der Unterrichtsreihe
Mit Abschluss der Bearbeitung eines Themenschwerpunkts
stellen die Schülerinnen und Schüler die entstandenen Produkte
einander vor. Bei arbeitsteiligem Vorgehen muss am
Ende der Unterrichtsreihe genügend Zeit für die Präsentation
der Arbeitsergebnisse der Gruppen, die nacheinander
stattfindet, eingeplant werden. Möglicherweise können die
Produkte in einer Wandzeitung oder einem Ergebnisheft zum
Buch zusammengestellt werden, sodass sie für die Schülerinnen
und Schüler noch eine Zeit präsent bleiben.
Nach Abschluss der Ergebnispräsentation sollte an der
mittels der Moderationsmethode erstellten Pinn- oder Plakatwand
die geleistete Arbeit eingeordnet und rückbezogen
werden.
Als letzten Schritt in der Unterrichtsreihe schlage ich ein
›Blitzlicht‹ vor, in dem jede Schülerin und jeder Schüler in
einem Satz sagt, was er durch die Arbeit mit dem Buch gelernt
hat.
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