Ferdinand Freiligrath

Ehre der Arbeit

Wer den wucht'gen Hammer schwingt,
wer im Felde mäht die Ähren,
wer ins Mark der Erde dringt,
Weib und Kinder zu ernähren;
wer stroman den Nachen zieht,
wer bei Woll' und Werg und Flachse
hinterm Webestuhl sich müht,
daß sein blonder Junge wachse: -
Jedem Ehre, jedem Preis!
Ehre jeder Hand voll Schwielen!
der in Hütten fällt und Mühlen!
Ehre jeder nassen Stirn
hinterm Pfluge! - Doch auch dessen,
der mit Schädel und mit Hirn
hungernd pflügt, sei nicht vergessen!

Rezension I Buchbestellung 0I01 © LYRIKwelt