An Emma V.
Müd’ ist dein Aug’ und will
sich schließen,
Gut’ Nacht, ihr Sterne, ihr dunklen, ihr süßen.
Ich möcht’ euch schauen in tiefem Traume;
Schlaf! wie so stille, kein Laut im Raume.
Horch, nur zuweilen hergetragen
Kommt eines Herzens gesänftigt Schlagen;
Nicht wie, nur eines! Ist’s deins, ist’s meines?
Gestimmt im Gleichklang sind längst sie eines.
O zu Vergehen, so Herz an Herzen!
Nie mehr erwachen zu Freuden und Schmerzen.
Den Strom des Lebens so sacht verrinnen,
So ebben fühlen mit wachen Sinnen;
Und jede Welle, wie sie entgleite
Mit leisem Kusse senden ins Weite:
Und endlich alles umher vergessen,
Noch einmal dich leise an mich pressen,
Und an dem Herzen, das mir beschieden,
Hinüberdämmern in ewigen Frieden.
(1891)
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