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PARTY FÜR EINEN
(Leseprobe aus: SESSION, Irische Stories, 2010, Songdog Verlag
Wien, 2010, Originalausgabe. Herausgabe, Übersetzung und Nachwort
Gabriele Haefs).
Was ihn zu sich brachte, war der leichte Nieselregen. Er merkte, dass seine Haare an seinem Gesicht klebten und dass sein Anzug vom Tau durchnässt war. Er hörte ein Summen in den Ohren und seine Glieder fühlten sich steif an. Das war wirklich eine Halloween-Party gewesen, die sich gewaschen hatte. Und dann auch noch ausgerechnet mitten auf einer Wiese einzuschlafen!
Bin sicher von der Party weggegangen, dachte er. Und jetzt sind die sicher längst weg. Er hoffte, dass er sich nicht blamiert hatte, er konnte sich an nichts erinnern. Er setzte sich im Gras auf und rieb sich die Augen. Das Haus war nicht zu sehen, konnte aber nicht weit weg sein. Vielleicht hatten sie alle Lichter ausgemacht, es war reichlich dunkel. Er stand unsicher auf. Wie um alles in der Welt war er hierher geraten?
Er beschloss, zur Straße zu gehen. Die Grashalme schienen miteinander verwoben zu sein, und er konnte sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Dann schleppte er sich endlich durch das Gebüsch auf die Straße. Er wusste, wo er war, warum? ... das wusste er nicht. Vielleicht war er über diese Straße zum Haus gefahren. Er beschloss, hinzugehen.
Was war das für ein Zischen? Es hörte sich an wie ein Wasserkessel. Er wusste nicht, woher dieses Geräusch kam, denn es war eine sehr stille Nacht, in der Geräusche meilenweit zu hören sind. Dann bog er um die Kurve und sah es, ein Auto war verunglückt. Gott, dachte er, selbst das habe ich verschlafen. Das Zischen stammte vom Dampf der Heizung. Der Wagen war gegen einen Baum geprallt und hatte sich zusammengefaltet wie eine Konzertina. Daneben stand eine Gestalt, reglos. Vermutlich Schock, dachte er. „Was ist passiert?" - „Voll draufgeknallt", sagte der Mann. „Keine Chance." Er sah zum Auto hinüber. „Gott, da sitzt ja jemand drinnen!" - „Hilfe!", brüllte er.
Er fing an, Teile der Tür wegzuziehen. Es war ein Mann, zur Seite gequetscht, ein Arm hinter seinem Rücken verrenkt. Er zwängte sich hindurch und konnte das Gesicht umdrehen. Zu seinem Entsetzen hielt er nur den Kopf in der Hand und ließ ihn fallen. Aber da war noch etwas, etwas, bei dem er sich auf den ersten flüchtigen Blick nicht sicher sein konnte. Ihm brach der Schweiß aus. Plötzlich verstummte das Summen der Heizung. Nur ein rhythmisches Tropfen war jetzt noch zu hören.
Er schaute zu der Gestalt auf der Straße hinüber, die hatte sich nicht bewegt. Aus der Ferne war das vertraute Geräusch eines Krankenwagens zu hören. Er streckte wieder die Hand aus und drehte den Kopf um. Die Augen schauten zu ihm auf, glasig und bewegungslos, seine Augen, sein Gesicht, der Krankenwagen schien jetzt viel näher gekommen zu sein, war viel lauter. Sanft berührte die traurige Gestalt seine Schulter.
Rezension I Buchbestellung I home IV11 LYRIKwelt © M.F./Songdong Verlag