Fetzen Papier
(aus: Jahrbuch der Lyrik
1998, Beck)
Wirf die Bücher weg, wirf sie
endlich weg
es knallt so schön, wenn sie unten
auf dem Pflaster aufschlagen
schön und laut.
Ein Auto rast in einen Roman
während ich alle Briefe zerreiße
und ein Bus überrollt ein paar Gedichte.
Der Polizist trifft das Keyboard
voll zwischen die Tasten
und im Computer spricht der Kanzler
über afrikanische Präsidenten
die Schriftsteller oder Dichter waren
Menschen fraßen oder sangen
wie schwarze Engel ...
Wirf die Bücher weg, wirf sie alle weg
und mit alle meine ich alle.
Das Leben wird begehrenswert leicht
der Wind spielt auf der Straße
und Regen pladdert im weißen Schlamm
in dem das Wort Gehen erscheint
hineingestampft
von mir.
Rezension I Buchbestellung I home 0I04 LYRIKwelt © Beck-Verlag