Tobias Falberg

Meer
(aus: Vom Ursprung, Gedichte, Wiesenburg-Verlag)

Durch Dünen, Salzgeruch, vom Wind gezogen,
wird plötzlich das Gesicht in Blau getaucht
und Meeresweite, die den Blick verbraucht
in ihrem Ausmaß lichtbewegter Wogen.

Die Wasserscheide leckt mit glatten Zungen
nach Tang und Kieseln morgenstiller Strände.
Die Bucht liegt unberührt. Wie warme Hände
streicht Sand die Sohlen, Sehnsucht füllt die Lungen.

Kühl nimmt sich Brandung die erwärmte Haut
in ihren Schoß. Der braune Leib erbebt,
aalt sich von Kraft durchströmt, verharrt und schaut:

Rundum fangen die Wellen Himmel ein,
dies Spiegeln, das die Brust zur Sonne hebt,
vom Wunsch erfüllt, ewig so frei zu sein.

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