Abram Efros

Sonett 5

Wenn du mit deinen zarten Fingerspitzen
mein Fleisch belebst, so kindlich und naiv,
und es erwacht der Drang, der darin schlief,
um dich als stumme Sklavin zu besitzen,
und läßt du dich von Zärtlichkeit erhitzen,
erduldest sie und neigst dein Köpfchen schief
und lächelst ausgeblutet und lasziv,
fühlst du die Glut dir bis ins Innre spritzen,

dann frag ich mich: Wird sich denn nie erheben
ein zürnender Seraph vor meiner Tür,
dich zu ermahnen und zu unterweisen,

ich frage mich: Wie soll man Gott vergeben,
daß Er dich, Kind, geschaffen hat, dafür,
um meine bösen Lüste sattzuspeisen.

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