Gerold Effert

Zirkuswelt
(Leseprobe aus: Zirkuswelt, Gedichte, 2005, Corvinus Presse)

Hoch in der Kuppel
die kühnen Schwünge
ohne sicherndes Netz,
der Messerwerfer mit
stählern blitzenden Klingen,
Raubtiergerüche, sie
wehn erregend dir zu,
du schaust, du atmest
gierig die fremde Welt.

Öd scheint dir danach
der späte Oktober, glanzlos
der Festplatz, übrig bleibt
Sägemehl nur und Kot.
Weit wünschst du dich
fort aus der Bedrückung
des Tals, ahnst nicht, wie
bald man dich hinausstößt
in eine fremde Welt.

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