Noch steht mein Gedicht aus
(Leseprobe aus: War oder wird Eiszeit, Gedichte, 2010, Corvinus
Presse).
unterwegs, mein Wachsein gilt ihm,
das gefiedert, in Wirbeln trockenen
Staubs vielleicht vor mir her geht.
Zwischen Stallungen, ihrem warmen Atem,
Ackerfräsen, Land beschriftend, such ich es.
Mit ihm auf Augenhöhe zu sein,
steig ich, mein Fahrrad angelehnt,
Holzsprossen hinauf zum Hochsitz.
Unter mir Wacholderhänge, von
Eistrümmern zurückgelassene Seen.
Rest alten Gemäuers, fragmentiert
was heilig war, hellhäutige Kühe -
Dort vielleicht, am Waldrand ungetauft,
heidnisch wie Häuser um zerfallene Kirch -
mein Gedicht. Hinter ihm her holpere ich
den steinigen Feldweg hinunter.
Rezension I Buchbestellung I home IV10 LYRIKwelt © Corvinus Presse