Hethiter, las
ich...
(Leseprobe aus: Wirtsblumen,
Gedichte, 2005, Corvinus
Presse)
Hethiter, las ich,
ballten zum Gebet die Faust in der Tasche.
Derzeit bete ich wie sie. Doch Trauer löst sich,
verflüchtigt wie Schweiß, der in Tüchern
Umrisse eines zerbrochenen Körpers zurückließ.
Wir brauchen Körpernahes, Kleider, die für uns,
unser Verdunsten, Verlöschen in der Zeit
geschwisterlich einstehen. Weshalb auch Moden
uns leicht verwechseln mit Toten, die wie
Echsen, ihre Haut, Schmuck, ihre Kleider uns ließen.
Wir tragen sie weiter, wenngleich wir
Wenig wissen wohin. Aber auf Bildern alter Meister
Ist die Geste des Abschieds ein kraftvolles Ringen,
sich auseinandersetzend Segen erbitten,
dieweil der Fuß schon ausgreift in Fremdes.
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