Ingeborg Drews

Die gewöhnliche Sternstunde

Geburt bringt
auf den Weg
des Vorgesehen.

Sieh an das alte
Repertoire,
die Folgen. Gar

innig lieb, als
seien sie verwandt,
was sie nicht sind.

Nur lose hängt,
was sich zusammen-
drängt, zusammen.

Gewirk
aus jenem
»Hat zu sein«,

fatales Lieben,
das sich zieht
zum Seinigen,

in Köpfen und
in Gärten, der
namenlos' Inzest.

Im Fernen, ist uns
angedroht: Da draußen
finstre Nacht. Tabu!

Im Inneren harrt weiter-
hin das Dunklere,
die Spiegelschrift.


Nur wenig frische,
kommende
Gesichter

geraten dem
Gezeugten
ins Gekannte.

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