Dominik Dombrowski

Brandung

Ab und zu eine urlaubsfremde 
was kommt da noch
eiskrembuden stege zwischen 
schilfrohr und schlick 
wenigstens in diese gestellte 
unschuld geraten 
im gegenlicht silbern sich die versäumnisse 
die alten noch hatten 
das land unterm pflug 
schirrten das vieh 
in den flirrenden tag 
späte hirten loser feuer 
lotsen im trug 
ihrer sinkenden zeit 
die uns nie barg 
aber noch einmal die eignen 
pläne durchkreuzen 
zum schein die verwucherten 
wege zurück dorthin 
wo die stunden verblassen kühl wahnlos 
vielleicht für eine zigarettenlänge 
am strandboulevard trocknet der abend 
die schirme sandtürme fallen
im tritt die flut 
löst das flaschenwehr 
die pauschaltouristen 
mischen lustvoll noch mit 
beim waschen der 
ölgetränkten tiere 
handzahme apokalypsen 
sinnstiftende wasserspiele 
die in jedem fall
gefilmt werden müssen 
vergessen noch ein kind 
am muschelohr 
schwarz die hände lauscht es 
denken wir so vielleicht schon 
unserer rauschenden fremde denn 
das waren wir ja auch einmal 
nichts weiter 
als geschlecht und schlaf 
und noch zu dumm für jeden gott 
und zufrieden weil uns 
nichts betraf 
weder wunsch noch wort 
das schönt denn 
was wir flüchten sind wir ja 
längst gewöhnt 

(2002)

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