William "Bill" Direen

Nusquama
(Leseprobe aus dem Roman Nusquama (am 14. September, 2003, am Witi-Ihimaera-Abend in Berlin gelesen.) Nusquama ist eine Sammlung von acht Kurzgeschichten und zwei Novellen unter Verwendung der Erzählperspektive der dritten und der ersten Person. Aus dem (neuseeländischen) Englisch von Arno Löffler/2005, Titus-Books)

Wreck the Mike waren mit ihrem Set halb durch, als Mettler durch den Notausgang geschlichen kam. Zugedröhnt mit Pillen und Lösungsmitteln kletterte er hoch auf die Balken wie eine Spinne, fand eine Nische in einem der Alkoven der schmutzigen Fenster und fiel über die Versammlung her, seine Finger in die Luft gereckt, als spinne er die Worte vor sich,

Ich räume raus, schlafe draußen

Zurück zum schwarzen Wasser

Todesboot Bügeleisen

Warte aufs Rausklettern

Zermalmende mampfende Maschine

Hau mich hau dich

Schreien im Kopf

Ein letztes Simm-Summ-

Weg! Weg! Null!

Lebendig oder tot!

Hör mich, hör dich

Kau käu wieder, Hexe! Ersäuf den Drecksack!

AGRO!!

Er krümmte sich und hielt sich den Bauch, als habe er Schmerzen. Ein langgezogenes, fieses Schnauben entwich wie Dampf seiner zusammengestauchten Erscheinung, die gebückt war wie eine geschlagene Katze, welche sich weigert, ihrer Angst nachzugeben, dem Schmerz, dem eingebildeten Feind. Er begann, Phrasen in einem idiotischen Sopran zu flöten bis ein langes ho-ho-hi-hi immer höher wurde und blubbernd zu einem Gackern wurde.

Mit weit geöffnetem Mund vibrierte seine Zunge einen dämonisches Geheul, seine Augen verdrehten sich in ihren Höhlen als er schrie:

Eine Hälfte

Drei vier

Fünf Achtel

Da schauten einige im Publikum interessiert, weil sie dachten, er spräche

über Rugby.

Zwei Viertel.

In deinem Tor.

Werden klein.

Schneide das Blut.

Werden gross.

Tret die Hälse

In die Tocken, Macke Pocken!

Hühner Ficken!

Die Zuschauer schauten von ihm zur Bühne und wieder zurück. Einer lächelte wissend und lächelte Mike zu, nicht nur weil er ein Kleid trug, sondern weil er glaubte, all das sei Teil ihrer Performance! Mike kam das kalte Grausen. Mettler zeichnete Spiralen in die Luft.

Runde auf ab

Pisse-Stuß, Meister-Schuß!

Ping-Zeit, Herr Munn!

Die Gesichter der Gläubigen waren bewölkt. Bestimmt wohnte dem, was er da sagte, irgendeine Bedeutung inne aber, na ja... was für eine? Und wer war er überhaupt? Gehörte er zu diesen Fabelwesen auf der Bühne oder nicht? In diesem Augenblick allgemeiner Verwirrung kam er an einem Kauri-Träger heruntergeklettert und schnappte sich den Löschschlauch. Er grinste wie ein Wasserspeier, drehte den Hahn auf und schrie: „Schluß mit Casanova!“, was sich auf irgendeine schräge Art auf Dylans romantisches Wochenende mit der abstrakten Künstlerin an der Labour Party-Party bezog. Die Aufpasser von dem Laden erwischten ihn diesmal und ließen ihn verhaften, aber nicht eher als Dylan und sein Baby, das italienische Cello, voll und ganz eingesaut waren.

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