Nur gestohlene Zeit
Jetzt oder Nie
müsste ich es endlich sein lassen,
wo doch Vergessen so viel mildtätiger ist
als Deine Gegenwart in mir
Es muss doch mehr geben,
als diese Scham und hastige Bereitschaft
all meine Ziele, Wünsche, Ideale
mit den Kleidern abzustreifen
für ein paar gestohlene Stunden, die nur uns gehören
für einen kurzen Raubzug,
der mich wund und zerschlagen zurück lässt,
den bittren Nachgeschmack einen schalen Triumphs
– über was nur, hab’s schon vergessen –
noch im Munde...
Aber ich kann nicht vergessen,
wie sich Deine Hand an meiner Wange angefühlt hat
auch nicht den Geruch,
der aus Deinem verschwitzten Haar aufstieg,
als Du Deinen Kopf an meine Schulter geschmiegt hast
wie ein verwirrtes Kind, das unschuldig
und doch so grausam sein kann...
Und das Dein Mund so weich ist,
dass er die Worte Lügen straft,
die mich doch fast zerbrechen,
weil sie mir die Hoffnung nehmen wollen,
auf ein Happy End, eine Zukunft mit Dir...
Für eine bloße Laune ist Deine Haut zu glatt,
ich kann nicht glauben, dass das köstlichste Gefäß
nur Hülle sein soll für etwas,
das ich als unbeschreiblich schlecht empfinden müsste,
wäre es so, wie es mir heute scheint,
wenn Du gegangen bist,
wenn Du mir ferne bist...
Rezension I Buchbestellung II03 © LYRIKwelt