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Fertig mit
Berlin?
(Leseprobe aus:
Fertig mit Berlin?, Roman, 1930, Reclam/2002, Elfenbein,
hrsg. und mit einem Nachwort von Katharina
Rutschky).
Ich nahm ein Taxi und fuhr hinaus.
Am Romanischen Café vorbei, an Schwanneke vorbei, an den Zeitungshändlern
vorbei, an den kleinen Kokotten vorbei, an den Frierenden, am tauben Wurstwaren
vorbei, Lietzenburger Ecke Uhland. Vorbei Berlin!
Tiefe Stille empfing mich. Felix saß lang ausgestreckt in seinem Fauteuil,
rauchte englische Zigaretten, Manfred, ein wenig zur Lampe gerückt, las ihm
vor. Hier gehörst du auch nicht mehr hin - dachte ich, als ich das dunkle,
friedliche Bild der beiden Versunkenen sah. Leise hängte ich Hut und Mantel
hinter die Tür, setzte mich behutsam auf meinen alten Platz, Felix schob
wortlos Zigaretten hin, Manfred las, Felix lauschte ehrlich hingegeben, ich
brauchte zwei Minuten, um die neue Stimmung aufzunehmen, dann lauschte auch ich.
Der unvergeßliche Abend aus dieser ganzen verwickelten, schönen, traurigen,
schwierigen Zeit.
Rezension I Buchbestellung 0I03 LYRIKwelt © Elfenbein