Ein Bahnhof, so nett!
Wo andre ihre Notdurft still
verrichten
und atmen ihren eigenen Gestank
dort will ich meine gelben Verse dichten,
solang´ der Kopf noch klar ist und die Seele krank.
Hier, auf der Bahnhofs-Toilette,
wo mancher Fixer schon krepierte,
fand ich die herrlichsten Sonette,
indem ich reimend urinierte.
Ich schrieb mit dickem Stift
behände
Vers um Vers ganz unerhört
auf schmutzige Toilettenwände.
Und nebenan entleerte einer seinen
Darm,
doch ich schrieb weiter, ungestört
weil mir der allerneueste Einfall kam.
III01© LYRIKwelt