Christoph Danne

familienfest 

wiegt man die bretonische 
muschel in seiner hand 
streicht man über die rosa 
gewaschenen kalkbahnen mit der fingerspitze 
scheinen zwanzig jahre 
nur ein häufchen sand 
und führt man sie sacht ans ohr dann
rauscht darin kein meer
sie gehört zum inventar der antiken vitrine  
seit vielen sommern als man die glastür schließt 
und sein gesicht darin gespiegelt findet
bleibt enttäuschung und der stumme wunsch
wieder nach hause zu können

Rezension I Buchbestellung 0I08 LYRIKwelt © Chr.D.