Matrix
Louvre
(Leseprobe aus: Matrix Louvre, 2002,
Ritter-Verlag)
... Die Havarie im Louvre begann mit
Stromausfall. Sofort wurden alle Ausgänge verriegelt. Niemand verlässt das Gebäude
mit einem Bild unterm Arm. Die elektronischen Sirenen hatten ihre Notbatterien
bald leergelutscht, wurden schwächer und fiepten dann nur noch gelegentlich
hintennach. Führungen wurden mit Taschenlampen fortgesetzt. Das Schlurfen
tausender touristischer Füsse auf dem alten Parkettboden. Als die gläserne
Pyramide über dem Eingang zerbarst, gab es keinen Alarm. Den Aufzug hats auch
zerdeppert, sagte eine Frau im Dunkeln, wir kommen hier nicht mehr raus.
Schluchzen, tränenersticktes Geschniefe ins Taschentuch. Wie lange noch, für
manche wirds womöglich zu lang. ...
... Zuerst schiessen sie in die Luft, das heisst, in die Bilder, dann müssen
ein paar Vitrinen dran glauben, aber schliesslich lässt es sich nicht umgehen,
ein reale Bedrohung ins Visier zu nehmen, warum es gerade der Herr mit Hut ist,
weiss niemand. Vielleicht der Museumsdirektor, ein Putsch, ein Staatsstreich,
der Wachschutz übernimmt die Hausmacht und richtet eine Militärdiktatur im
Louvre ein. Dann kommen die Deutschen, sagte ich. Dann kommt der Frühling, und
mit ihm die Panzer, sagte Lotti. Wir einigten uns darauf, dass im Frühling die
Deutschen mit Panzern kommen. ...
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