Fetiţa in der
Wunderkammer
(Leseprobe aus:
Jahrbuch der Lyrik 2009, S. 15, 2009, S. Fischer, hrsg. von
Christoph Buchwald und
Uljana Wolf).
Nimm des Vaters zierliche Ziege und reit, die Seele rein,
die Katz ans Herz gelegt, zur Welt – wer, um
alles
hat sie nur so voll gestellt? Schon entspinnt sich
die ganze celestische Klappmechanik
Schema des göttlichen
Verstands. Ein fein beschnitzter
Pflaumenkern. Erkäntnüß des apfelrunden Kreises, iss
und steck die Edlen, Gepaarten von tief unterm Meer
unters Fischnetz aus: zu Perlschnur gereihten
Liebhabereien in
Butterbrotpapier, von: als die Welt noch
fett war, zu Himmel und Hölle gefaltet. Werd Seele, unsterblich
verliebt in dich selbst. Hol die Phiolen voll flüssigen Drachenfürzen
Injizier dir und der Ziege
davon, entflieg dem Gerechtesten, dessen
präpariertes Pferdchen den Pegasus versucht, gehackt vom Greif. Wie
gut, dass der Tod doch eine menschliche Sache, und du auf deiner Ziege
am schnellsten bist.
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