Ghita Cleri

Wege schlagen

Hart lande ich im weichen Bett
meiner ausgelaugten Träume
die mir ihre Decke längst entzogen.
Daunen haken in meinem Haar
von Kissen, die sich aufgelöst.
Der Fall ist grob
sein Wandel unausweichlich
Er wird zum Schweben werden
durch den Boden hindurch
ins Endlose.
Ein anderes Bett
mit einer Decke grün und gelb
und roten Kissen
fängt mich auf.

Noch leitet mich ein Sehnen
nach dem Ausruhen
nach dem Geruch von frischen Träumen
und ungeschlagenen Wegen.
Ich habe die Sichel neben mir
sie ist geschliffen
vom Willen meiner Stärken
der Stärke meiner Schwächen.
Sie ist Teil von mir
scharf und sanft.

Dann streichle ich die Orchideen
die Falter leiten meine Hand
und sollten sie entschwinden
tragen mich kommende Träume
in das nächste Land.
Es ist das Land der Möglichkeiten
eine Welt in meiner Welt.

Noch falle ich
bin nicht gelandet.

Mein Urwald ist vertrocknet
doch ungeduldiger Regen
hängt in tiefen Wolken
die bereits warten
sich mir zu öffnen
und allen Blüten, ungeboren.

Sie wissen um ihr neues Leben
so wie ich.

(2008)

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