Ferngespräch #1
(Leseprobe aus: Ferngespräche, Gedichte,
2007, BoD)
Es gibt sie nicht, die Kreatur,
an die du glaubst.
Sie ist Vision,
die dünne Spur
in deinem Traum
aus weißem Schnee,
der schmilzt
im Feuer meiner Ränke.
Ein Irrtum,
schwer wie deine Angst.
Bedenke,
du wärest nichts
ohne dein Gegenteil.
Mein weißes Herz malt
deine Seele schwarz.
Dein Gift macht
meinen Kuß zum Heil.
Und wär' mein Traum
so sinnlos
wie dein Ziel,
wären die Worte deiner Zweifel
und meine Sicherheit
ein fades Narrenspiel!
Ein Spiel?!
Vielleicht!
Doch dessen Regeln
du nicht kennst.
Der Mensch war nie
als Gott geplant.
Dein Herr machte ihn
- mir -
zum Freund
und wußte,
was er tat!
Du kannst die Nacht beschwören,
doch du verhinderst nicht
den Tag.
Du magst die Frucht zerstören,
doch du vereitelst nicht
die Saat.
Der Mensch,
von dem du träumst,
war nie mein Feind.
Jedoch Gefang'ner
- eurer -
Zeichen.
Bin ich denn schuld daran,
wenn Gegner sich die Hände reichen?
So zeig' mir
deinen Traum.
Zeig' mir,
an jedem Tag,
die
W-a-h-r-h-e-i-t...
Ach,
ich werde
mich beteiligen.
Am Kreuzzug
deiner Heiligen.
Ich werde
bei dir sein.
Rezension I Buchbestellung I home 0I07 LYRIKwelt © Th.Chr.