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Tanpınar’s
Harmonie-der Höhepunkt der türkischen Moderne
(Leseprobe aus: Tanpınar’s
Harmonie-der Höhepunkt der türkischen Moderne, Monografie, 2008,
Literaturca).
Beginnend mit der Seite 24 folgt eine lange Rückblende in die Vergangenheit
Mümtaz’ (hauptfigur des Romans). Diese Rückblende ist auf der Ebene
individueller Zeit die wichtigste, denn sie erhellt Mümtaz’ künftige
Verhaltensweisen. Der wichtigste Abschnitt betrifft seine Verwaisung, die Flucht
aus der Stadt S. (Sinop), seine Zeit in A. (Antalya), und ganz besonders
bedeutungsvoll, die dort erfahrene Prägung seiner seelischen Disposition. Aber
diese Episoden übersteigen die individuellen Grenzen, denn sie schildern
konkrete historische Ereignisse aus dem Blickwinkel eines Kindes, nämlich die
Besetzung der Stadt Sinop während des Ersten Weltkrieges:
„Mümtaz’ Vater wurde in der Nacht der Eroberung der Stadt S... anstelle
des Hausbesitzers von einem ihm feindlich gesinnten Griechen ermordet. Es war
kurz vor dem Fall der Stadt. Etliche Familien hatten die Stadt zuvor bereits
verlassen. Der glücklose Mann hatte auch schon für jene Nacht ein Fahrzeug
organisiert, mit dem er seine Frau und sein Kind aus der Stadt bringen wollte.
Er hatte alles geregelt, alles war vorbereitet. […]
In diesem Moment klopfte es an der Tür. Die Dienerin sagte, dass jemand den
Hausherrn an der Tür erwartete. Sein Vater eilte in der Annahme hin, es gäbe
eine Nachricht die Lastkarre betreffend, die er den ganzen Tag aufzutreiben sich
bemüht hatte. Dann nur noch der Laut einer Schusswaffe, ein einziger, trockener,
ja sogar ohne Widerhall. Und der große Mann schleppte sich noch, seine Hand auf
dem Bauch, zu ihnen hoch und fiel in der Nische auf den Boden. All das hatte
nicht einmal fünf Minuten gedauert.“
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